Spuren einer Nacht
Wie ein akustischer Fingerabdruck klebt auf jeder Sebastian-Hartmann-Inszenierung der Vers «All that we see or seam is but a dream within a dream». Immer ist es dieselbe androgyne Stimme, die diese Zeilen aus Edgar Alan Poes Gedicht «Dream within a dream» aus dem Off spricht, meist als Motto gleich zu Beginn der Aufführung, mitunter auch mehrfach und erst im weiteren Verlauf.
Mal klingt es wie eine Mahnung, das Gezeigte nicht für bare Münze zu nehmen, mal nach einem ästhetischen Programm, das aufs Unbewusste zielt: Hartmanns Theater ist schließlich oft dann am stärksten, wenn seine Dramaturgie an die bizarre Logik von Traumbildern erinnert mit ihren hartnäckig wiederkehrenden Motiven und merkwürdigen Metamorphosen.
Am Schauspiel Frankfurt, wo der 55-Jährige schon 2015 Dostojewskis «Dämonen» als Fiebertraum inszenierte, bringt Hartmann nun mit Arthur Schnitzlers «Traumnovelle» (1925) einen Text auf die Bühne, der seinerseits mögliche Konsequenzen von Träumen für die Wirklichkeit reflektiert und die Grenze zwischen beiden absichtsvoll verwischt. Interesse speziell an Traum und Schlaf hat Hartmann zuletzt auch bei Thomas Manns «Zauberberg», aus dem er vor allem den Schneetraum ...
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Theater heute Mai 2023
Rubrik: Aufführungen, Seite 8
von Eva Behrendt
Statt in den Zuschauerraum wird das Publikum auf die Bühne des Depot 2 geleitet und betritt hier eine seltsame Welt. Sphärische Klänge vermischen sich mit maschinenartigem Summen und Geräuschen, die entfernt an Tierlaute erinnern. Eine weißgekleidete weibliche Schaufensterpuppe hängt waagerecht an einem Seil in der Luft wie ein bizarres Flugobjekt. Langsam wird sie...
AACHEN, GRENZLANDTHEATER
13. nach Landis, Blues Brothers
R. Ingmar Otto
AACHEN, THEATER
5. Bezerra, My Little Pony
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AUGSBURG, SENSEMBLE THEATER
13. nach Yarris, The Fear of 13
R. Heinz Conrad
BADEN-BADEN, THEATER
6. Mußler, Befreiungsschlag (U)
R. Sandra Maria Germann und Helena Mußler
BAMBERG, ETA HOFFMANN THEATER
5. Jacobs-Jenkins,...
Was für eine Energie, die von der Bühne herab knistert, glitzert, gluckst und giggelt – und dann plötzlich explodiert, aus einer schroffen Tiefe heraus, die man zuerst gar nicht verorten kann in der schmalen Person da oben in der Mitte mit hellwachen Augen und leicht spöttischen Mundwinkeln. Noch sitzen sie zu fünft am Lesetisch und kabbeln sich über ihre...
