Situation Provinz: «Die Leute wollen Orientierung»

Das Deutsch-Sorbische Volkstheater Bautzen sucht seine gesellschaftliche Rolle und zeigt einen historischen Bilderbogen

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Es ist eine malerische Altstadtkulisse mit Burg, Stadtmauer, Türmen, doch gleichzeitig ein Ort, wo die AfD bei der Bundestagswahl 32,8 Prozent bekommen hat – inklusive Direktmandat. Die Senfstadt Bautzen hat zuletzt eher mit brauner Suppe als mit neuen Senfsorten Schlagzeilen gemacht: Da waren die Auseinandersetzungen zwischen rechten Jugendlichen und Geflüchteten auf der so genannten Platte, direkt vor den Toren der Altstadt, da war der Brand des Hotels «Husarenhof», kurz bevor es in ein Wohnheim für Geflüchtete umgewandelt werden sollte, und eben die Bundestagswahl.



Wer in diesem Umfeld Kultur machen will, der muss sich ein dickes Fell zulegen und den Spaß auch von miesepetrigen Ausländerfeinden nicht verderben lassen. Gar nicht so einfach. «Mich erinnert die Situation fatal an die 20er Jahre des letzten Jahrhunderts», sagt Lutz Hillmann, seit 1985 als Schauspieler am Haus, von 1991 bis 1997 Mitglied der Schauspielleitung und seit 1998 Intendant des Deutsch-Sorbischen Volkstheaters. Da ist besonders die Vergnügungssucht, die er als Antwort auf eine als immer komplexer und undurchschaubar empfundene Realität versteht. Gesteigert werde das Ganze durch die modernen ...

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Theater heute April 2018
Rubrik: Magazin, Seite 68
von Torben Ibs

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