Sinn & Bühne: Die Frage des Planeten
Der Schauspieler Ulrich Matthes registriert seit Längerem ein gewisses Unbehagen an der (Bühnen-)Kultur. «Viele Menschen können mit dem Theater nichts rechtes mehr anfangen», sagte er in seinem Eingangsstatement zum Symposium «Was soll das Theater?» in der Berliner Akademie der Künste, das er als Direktor der Sektion Darstellende Kunst aus besagtem Grund selbst angeregt hatte.
Fünf Stunden später; erstes persönliches Fazit der Veranstaltung (an der ich als Diskutantin und als Moderatorin jeweils einer Podiumsrunde gewissermaßen mitschuldig war): Die Unbehagensgründe sind – wer hätte es gedacht – noch vielfältiger als die verhandelten Themen, die debattierenden Berufsgruppen plus die anwesenden Macher- und Zuschauer-Generationen zusammen.
Das Unbehagen des weithin als «Kulturbürgermeister» verehrten und dem Theater grundsätzlich sehr zugeneigten Mannheimer OB Peter Kurz besteht zum Beispiel darin, aus einer Folge «Homeland» mehr über «unsere Wirklichkeit» zu erfahren als aus dem Theater, während dem Dresdner Intendanten Wilfried Schulz schon der Titel seiner Runde – er diskutierte unter anderem mit Bundeskulturstiftungschefin Hortensia Völckers zum potenziellen «Auftrag» des ...
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Theater heute März 2016
Rubrik: Magazin, Seite 68
von Christine Wahl
An Görings Geburtstag rottet sich das grau gewandete Gefolge des Nazi-Oberbonzen zu einem Opernhausball zusammen. Den Gastgeber spielt Hendrik Höfgen, Intendant der Berliner Staatstheater, Görings Günstling. Der Autor Klaus Mann schreibt das Jahr 1936, er schrieb auch im Jahr 1936, er konnte noch nichts wissen von Holocaust und totalem Krieg, aber er ahnte das...
Nicht nur Fliegen wäre schöner, sondern auch schon ein Sonntagsausflug, bei dem nicht nachträglich die Biergartenzeche bis auf den Pfennig nachgerechnet würde. Dabei hat Otto «Mensch» Meier seine Träume ohnehin schon auf Miniaturformat geschrumpft, wenn er nachts im Hobbykeller an seinen Modellflugzeugen bastelt. Tagsüber ist er für 14 Schrauben am neuen BMW-Modell...
Die Jugendstilbühne der Münchner Kammerspiele liegt in tiefem Nebel. Von goldgelbem Licht durchglühte Trockeneisschwaden dampfen aus der Nebelmaschine. Auch der Nieselregen vom Theaterhimmel sowie die federleichten Felsbrocken und Grasbüschel, die fünf hemdsärmelige Arbeiter in diesem hochwandigen Museumsmagazin bereits ausgiebig von vorne nach hinten geräumt...
