Scharf ausgeleuchtete Zuversicht

Unter der neuen Intendanz von Simone Sterr ist das Stadttheater Gießen in die Spielzeit gestartet – und widmet sich zeitgenössischen Stoffen, die drängende Fragen energisch ins Spiel bringen

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Architektonisch wirkt das Stadttheater Gießen wie ein Schatzkästchen aus einer anderen Zeit: Es liegt am vierspurigen, stark befahrenen Innenstadtring, gegenüber von brutalistischen Nachkriegsbauten wie dem Kongress- und dem Behördenzentrum. Ein kompakter klassizistischer, 1907 eröffneter Bau mit Freitreppe und hohen Jugendstilfenstern im ersten Stock. Diese sind zurzeit durch ein großes Banner verdeckt, auf dem in großen, weithin lesbaren Buchstaben «DEINS!» steht.

Dein Stadttheater: Mit dieser einladenden Geste hat sich die neue Intendantin nicht nur Freund:innen gemacht, das Verhüllen der denkmalgeschützten Fenster hat unter Teilen des Publikums für Unmut gesorgt. Nun denn: Eine temporäre Überschreibung der Vergangenheit kann als Zumutung wahrgenommen werden. Simone Sterr jedenfalls findet: «Gegenwartskunst darf man den Gebäuden auch ansehen.»

Seit dieser Spielzeit leitet Sterr das Stadttheater Gießen. Mit ihr kommt eine erfahrene Intendantin an die Lahn: 2003 übernahm Sterr als jüngste Intendantin der Republik die Leitung des Theaters der Stadt Aalen, 2005 wechselte sie in gleicher Funktion an das Landestheater Tübingen. Zuletzt war sie leitende Schauspiel-Dramaturgin am ...

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Theater heute März 2023
Rubrik: Start Gießen, Seite 39
von Esther Boldt

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