Potsdam: Fragen der Augenhöhe
Wie erzählt man im Theater angemessen über die Erfahrungen von Geflüchteten? Mangelndes Problembewusstsein kann man der Autorin dabei wirklich nicht vorwerfen. Im Programmheftgespräch erzählt Maxi Obexer von ihrem Bemühen, ihre Recherche unter Emigranten in Potsdam nicht als «Menschenschau» zu präsentieren, bei der «Geflüchtete quasi ausgestellt werden».
Wie unterläuft man die hierarchische Aufteilung zwischen einer deutschen Mehrheitsgesellschaft im Publikum, die interessiert auf ein paar «besonders spektakuläre, sensationelle Fluchtgeschichten» herabblickt? Ja, wie?
Maxi Obexer und Regisseur Clemens Bechtel haben sich im Potsdamer Hans Otto Theater für ein Zwischending entschieden aus gescripteten Erfahrungsberichten und fiktionaler Spielhandlung. In «Gehen und Bleiben» treffen zwölf Menschen aus Syrien und dem Iran, aber auch aus Russland, Mazedonien, Israel und Frankreich aufeinander, die in kleinen Spielszenen darstellen, wir ihr Leben am neuen Ort und das der zurückgebliebenen Familienangehörigen in der alten Heimat langsam, aber unaufhaltsam auseinander driftet.
Da ist der Mittvierziger aus Mazedonien, der in den 90ern während der Balkankriege nach Deutschland kam, sich ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute Mai 2017
Rubrik: Chronik, Seite 67
von Franz Wille
Nun hat der Theatermaler Andreas Kriegenburg sein vorerst letztes Märchen für Frankfurt gefertigt. Hat seine hübschen Schauspieler*innen in pastellfarbene, lichte Kostüme gesteckt und vor eine pittoresk angewitterte Remise gestellt. Man spielt Patrick Marbers «Drei Tage auf dem Land» nach «Ein Monat auf dem Lande» von Turgenjew, etwas Russisches also von heiterer...
Alle Toten fliegen hoch»: So hieß eine fulminante Soloreihe von Joachim Meyerhoff aus den Spielzeiten 2008/09, in der der 1967 geborene Schauspieler auf verschiedene Phasen seines noch nicht allzu fortgeschrittenen Lebens zurückblickte. In mehreren pointiert geschriebenen Episoden erzählte er auf der Bühne von seinem Austauschjahr in den USA, vom Aufwachsen in...
Am Ende haben sie dann natürlich gespielt. Das Gastspiel von Milo Raus «Five Easy Pieces» in der Region Paris hat für einen Sturm im Wasserglas gesorgt. Im März stand die Produktion, in der Kinderdarsteller sich mit der Geschichte des belgischen Sexualmörders Marc Dutroux beschäftigen, auf dem Spielplan des Théâtre des Amandiers in Nanterre (vgl. das Porträt in TH...
