Schwerin: Im Hamsterrad
Erzählt wird vom Ende her. Titelheld Liliom rammt sich gleich im ersten Bild ein Messer in die Brust und verblutet vor dem Eisernen Vorhang, aus dem sich ein Stahlgerippe in die verschnörkelte Neorenaissance-Architektur des Mecklenburgischen Staatstheaters schiebt. Ein Hamsterrad vielleicht, das einen nicht mehr loslässt, wie schnell man auch rennen mag. Oder ein Röhnrad, das einsam auf früheren Spaß verweist. Oder ganz profan das Karussell, auf dem der Schausteller Liliom zu Lebzeiten arbeitete. Jedenfalls ist Liliom tot.
Und wird nicht etwa von Engeln abgeholt, sondern von zwei Polizisten: Das Himmelstor ist eine trostlose Polizeiwache, und der Tod keine Erlösung, sondern armselig jovialer Bürokratismus. Strizzi-Romantik gibt es keine, sagt Regisseurin Alice Buddeberg, dann lässt sie den Vorhang hochfahren, und dann fängt sie noch einmal von vorne an.
Franz Molnárs 1909 uraufgeführte «Vorstadtlegende» «Liliom» ist kein einfaches Stück. Die Geschichte eines Kleinkriminellen, der seine Freundin schwängert, versucht, mittels eines Raubüberfalls eine Zukunft für die junge Familie zu konstruieren und dabei gnadenlos scheitert, der sich der Verantwortung mittels Suizid entzieht und ...
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Theater heute Mai 2017
Rubrik: Chronik, Seite 68
von Falk Schreiber
Premieren im Mai 2017
Aalen, Theater der Stadt
6. nach Baum, Der Zauberer von Oz
R. Siegfried Hopp
27. Decar, Das Tierreich
R. Marcus Krone
28. nach Kästner,
Emil und die Detektive
R. Arwid Klaws und Anne Klöcker
Altenburg/Gera, TPT
20. Becker, Aldor und Arisha,
Cohn Bucky Levy – Der Verlust (U)
R. Bernhard Stengele
Augsburg, Theater
6. Fuhrmann und Wiegand,
Unruhe im...
«Was ist ein Einbruch in eine Bank gegen die Gründung einer Bank?», heißt es in der «Dreigroschenoper». Die Bawag kann Brecht damit nicht gemeint haben. Sie wurde 1922 – unter dem Namen Arbeiterbank – als eine Art antikapitalistisches Geldinstitut gegründet, ohne private Aktionäre und nicht profitorientiert. Nach dem Krieg wurde die Arbeiterbank vom...
Im Programmheft zu Michael Thalheimers Hamburger Inszenierung des «Zerbrochnen Krugs» wird er ausführlich zitiert, Kleists Aufsatz «Über die allmähliche Verfertigung der Gedanken beim Reden». Tatsächlich zeugen ja in keinem anderen Kleistschen Werk Worte so hemmungslos Worte, aus denen Gedanken werden, oder auch mal: Lügen. Wenn Frau Marthe die Wörter auf den Kopf...
