Poesie der kurzen Sätze
«Leichte Sprache» soll in geschriebenen Texten zu besserer Verständlichkeit führen, Inklusion, Teilhabe, Barrierefreiheit fördern. Sie hat unterschiedlichste Kommunikationsbereiche erreicht – von der Behörde über Donald-Duck-Comics bis hin zu Nachrichtenseiten. Auch manche Theater etwa in Programmheften oder auf ihrer Website, wenn dort der Inhalt einer Inszenierung in kurzen, prägnanten Sätzen erklärt wird. So macht es auch das Mannheimer Nationaltheater – und geht aber jetzt noch einen Schritt weiter. Dort gibt es derzeit Goethes «Faust» in Leichter Sprache zu sehen.
Weltliteratur übersetzt in einfache Sätze, die jeder verstehen soll. Der Regisseur Daniel Cremer hat den «Faust» gemeinsam mit Mascha Luttmann und Tina dahingehend bearbeitet, kondensiert, interpretiert. Aber nicht nur der erste Teil des «Faust», auch der zweite passt noch hinein in die zweieinviertel Stunden der kurzweiligen Aufführung (inklusive Pause). Wobei «Faust II», der auch gewieften Germanist:innen die Grenzen ihrer Verständnisfähigkeit aufzeigt, in einer rasanten Viertelstunde zusammengefasst und ein bisschen gespielt wird. Letzteres betrifft vor allem den fünften Akt, in dem sich Faust als waschechter ...
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Theater heute August-September 2025
Rubrik: Chronik, Seite 59
von Verena Großkreutz
Es ist der letzte Streich der Eröffnungsrunde der Schauspiel-Interimsspielstätte auf dem Agra-Messegelände in Leipzig. Dabei verbindet sich Heiner Müllers Landwirtschaftsreformkomödie, die von der Zeit der Landumverteilung 1945 bis zur Kollektivierung 1960 erzählt, ganz organisch mit dem Gelände, auf dem einst Landwirtschaftsmaschinen und Produktionstechniken...
Wofür soll man kämpfen in dem bisschen Leben, das uns vergönnt ist? Kann, darf man unpolitisch bleiben? Der Konflikt zwischen politischem Engagement und privatem Lebensglück entfacht neu in Zeiten, in denen Deutschlands «Kriegstüchtigkeit» öffentlich gefordert wird. Sie trieb auch Brecht zeitlebens um. Historische Folie von «Trommeln in der Nacht», das seinen Ruhm...
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