Pleased to meet you
Mephisto wohnt in der Teisenberggasse 11. Aus dem öligen Haar wachsen ihm Hörner, der offene Bademantel gewährt Einblick auf einen imposanten Bauch und einen schwarzen Slip. Pleased to meet you: Der Teufel ist in Feierlaune, und wir sind heute seine Gäste. In Reih und Glied stehen wir an der Hausmauer und nippen an den milchig weißen Drinks, die uns gereicht wurden. Unser schmieriger Gastgeber macht ein wenig Smalltalk. Eine Besucherin bittet er, einen Schluck zu nehmen und ihn damit anzuspucken.
Cheers!
Die Szene ist der Salzburger Stadtteil Maxglan, eine relativ charmelose Wohngegend in Flughafennähe. In einem leer stehenden Einfamilienhaus hat das Kollektiv Signa hier für das Young Directors Project der Salzburger Festspiele die Inszenierung «Das ehemalige Haus» entwickelt. In vier Kleingruppen werden die Besucher (20 pro Vorstellung) zweieinhalb Stunden lang von bleich geschminkten «Erinnyen» durch das Haus geführt. Das Haus, so erfahren wir, ist voriges Jahr abgebrannt. Was wir sehen, sind also Untote, Gespenster. Der Garten hinterm Haus ist ein Massengrab.
«Es ist ein Vergewaltigungshaus», raunen die Erinnyen. «Ein Schmerzenshaus, ein Irrsinnshaus.» Und sie haben nicht zu ...
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Theater heute Oktober 2011
Rubrik: Festivals, Seite 7
von Wolfgang Kralicek
Ein Globe-Theatre am Rhein? Das gibt es, und zwar nunmehr schon seit 20 Jahren. In London stand das sechseckige Theater, eines von fünf oder sechs «playhouses» seiner Zeit, am südlichen Themse-Ufer, 1599 wurde es erbaut, bereits 14 Jahre später, also noch zu Shakespeares Lebzeiten, ist es abgebrannt. Der Nachbau in Neuss steht am linken Rheinufer, gleich neben der...
Dieses Sommerfestival wird das größte und schönste, das es je gab», verkündete der Künstlerische Leiter Matthias von Hartz im Programmheft. Auch das gesinnungsbewusste Festival in Hamburg ist von der «Wachstumslogik» bedroht. Bei einem Blick ins eigene Theorie-Programm mit dem Schwerpunkt «Gemeingüter» hätte sich als passendere Überschrift für die neuen...
Gegen die Idee gibt es gar nichts einzuwenden: die amerikanischen Großstadtneurotiker aus Woody Allens Film «Husbands and Wives» mit Tschechows russischen Landneurotikern aus der «Möwe» zu vermengen. Zweimal in Lethargie und erotischen Projektionen auf blutjunge Mädchen dahinsiechendes Bildungsbürgertum, larmoyante Dekadenz des Geistes und der Glieder, lange...
