Offenes Haus
Uber den Theaterplatz schallt «Life is but a dream» der amerikanischen Band The Harptones und setzt damit eine erste akustische Duftmarke des Neustarts am Theaterhaus Jena. Auch die Lichter am Bühnenturm strahlen wieder in vollem Glanz. Nachdem das letzte Team unter der künstlerischen Leitung von Lizzy Timmers und dem Markenzeichen des Ensemblerats in der vergangenen Spielzeit nochmal beim Berliner Theatertreffen abgeräumt hat, ist nun ein neues Team am Start.
Es gehört zur DNA des Hauses, dass die Leitung regelmäßig wechselt.
Das Theaterhaus wurde 1991 als ein Laborraum geschaffen, und nun sind es Azeret Koua, Céline Karow, Daniele Szeredy, Josef Bäcker und Lukas Pergande, die über die Versuchsanordnungen bestimmen und ihren ganz eigenen theatralen Freiraum ausgestalten können. Dabei ist ihre Maxime die maximale Offenheit. Es gibt kein Spielzeitmotto und jede Menge Begleitprojekte, um mit dem Publikum ins Gespräch zu kommen. «Wir wollen zwischen Subkultur und Theater wechseln», stellt Daniele Szeredy im Gespräch fest. Dazu gehören auch die Tage der offe -nen Tür, mit denen das neue Leitungsteam und das Ensemble sich ihrem Publikum vorgestellt haben.
Surreale Angstträume
Azeret ...
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Theater heute August-September 2025
Rubrik: Start, Seite 38
von Torben Ibs
Der Titel der allerletzten Premiere klingt wie ein schlechter Witz, lässt ein doofes Wortspiel ahnen. «Sex» lautet dieser, «Sex» wie sechs Jahre Intendanz? Doch höchstvermutlich wurde auch dieses Mal, wie so oft, Sex mit Liebe verwechselt. Denn Liebe will man dem Hannoveraner Publikum zum Schluss noch mal geben. Inhaltlich aber geht es um Sex, und zwar in drei...
Ein großer leerer Raum, eingefasst in einen Gaze-Rahmen. Boden und Wände zeigen Spuren von einem geräumten Leben. An der Wand sitzt Angela (schön verbittert: Christine Zart) und starrt auf einen Kaktus. Räumungstag. Um Punkt 18 Uhr muss die Wohnung verlassen sein, und als Meike (Ulrike Knobloch als hilflos desillusionierte Räumungsbevollmächtigte) von der...
Er ist so etwas wie der Schutzheilige bajuwarischer Widerständigkeit, ein «ohdrahter Hund», was so viel wie ausgekochtes Schlitzohr bedeutet oder freundlicher: ein freigeistiger Grantler. Hat doch der Brandner Kaspar den Tod – im Bayerischen der Boan(d)lkramer – erst mit einer Flasche Kirschgeist zum Trinken verführt, um ihm darauf beim Kartenspiel ein paar...
