Alles und noch mehr

Maria Milisavljevic «Es war Sommer. Und weil es Sommer war, war es warm» (U) am Staatstheater Meiningen

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Ein großer leerer Raum, eingefasst in einen Gaze-Rahmen. Boden und Wände zeigen Spuren von einem geräumten Leben. An der Wand sitzt Angela (schön verbittert: Christine Zart) und starrt auf einen Kaktus. Räumungstag. Um Punkt 18 Uhr muss die Wohnung verlassen sein, und als Meike (Ulrike Knobloch als hilflos desillusionierte Räumungsbevollmächtigte) von der Wohungsvermietungs-GmbH auftritt, nimmt das Sozialdrama seinen Lauf. Akkurates Desinteresse trifft auf maximale Bockigkeit, und das Machtspiel zwischen Repression ohne Grund und humanistischem Widerstand kann beginnen.

Draußen, in Szenen vor geschlossener Gaze-Wand, treibt derweil der Obdachlose Herr Hübsch (immer gut gelaunt: Gunnar Blume) seine Spielchen mit Klappbank und Rucksack, träumt von den Gesprächen in den warm erleuchteten Fenstern, von Stuck und Kronleuchtern und seinen Sommern auf Rügen, wo er an einem antiken Steingrab seinen perfekten Schlafplatz hat. Immer froh gelaunt berichtet er im Laufe des Abends von seinem Leben als Tippelbruder mit den bürokratischen Anmeldeprozeduren in den Städten, den Wärmebussen im Winter und dem romantischen Plattemachen an der Ostsee im Sommer. Er erzählt, wie seine Freundin ihn ...

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Theater heute August-September 2025
Rubrik: Chronik, Seite 60
von Torben Ibs

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