Nora Abdel-Maksoud: Doping

© schaefersphilippen™ Theater und Medien GbR 2024

Theater heute - Logo

Figuren
Lütje Wesel – Spitzenkandidat des FDP Ortsverbandes Wenningstedt-Braderup, ehrgeizig und krank. Listenplatz 1.
Ole Hagenfels-Jefsen-Bohn – Schatzmeister des Ortsverbandes, kann nicht vor Leuten sprechen.
Jagoda Hagenfels-Jefsen-Bohn – Stellvertretende Vorsitzende des Ortsverbandes, kann vor Leuten sprechen, nur ohne diplomatisches Feingefühl. Listenplatz 2.
Gesine – Entbindungspegerin, erschöpft.
Dr. Bob – Ehemaliger Chefarzt, nicht immer ganz nüchtern, aus Gründen.

Anmerkungen
1.

) «/» bedeutet die Texte werden gleichzeitig gesprochen.
2.) «Beat» zeigt einen großen Wendepunkt oder Erkenntnismoment an, eine Zäsur im Rhythmus

1. Akt

1.1 - Marathon

Einwohnerfragestunde in einer Schulaula. Schwungvoller Auftritt Lütje Wesel. 
Lütje Liebe Sylterinnen und Sylter, Schülerinnen und Schüler, sehr geehrte Ortsbeiratsmitglieder, Frau Protokollführerin Humsen, Herr Arslan.
Zwinkert Herrn Arslan zu.
In der griechischen Mythologie gibt es die Legende von Pheidippides: Ein junger Soldat als Bote geschickt, um den Sieg Athens über die Perser zu verkünden. Pheidippides rannte in voller Rüstung, ließ sich vom Staub in seiner Lunge nicht beirren, nicht von den Blasen auf seiner ...

NORA ABDEL-MAKSOUD, geb. in München, begann 2005 ihr Schauspiel-Studium an der Hochschule für Film und Fernsehen Konrad Wolf in Potsdam-Babelsberg. 2014 schrieb und inszenierte sie «Kings», das am Ballhaus Naunynstraße uraufgeführt und zum Festival radikal jung am Münchner Volkstheater eingeladen wurde. In der Spielzeit 2016/17 entstand «The Making of», das sie am Berliner Maxim Gorki Theater selber inszenierte; im November 2018 folgte dort ihr neues Stück «The Sequel». 2017 erhielt sie den Kurt-Hübner-Preis für Regie. Für das Neumarkt Theater Zürich entstand 2018 «Café Populaire», eingeladen u. a. zum Schweizer Theatertreffen 2019 und ausgezeichnet mit dem Hermann-Sudermann-Preis. Mit «Jeeps», ebenfalls von ihr selbst inszeniert in den Münchner Kammerspielen, war sie zu den Mülheimer Stücken 2022 eingeladen. Zuletzt schrieb und inszenierte sie in München «Rabatt» (abgedruckt in TH 6/22) und «Doping», abgedruckt in diesem Heft.

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Theater-heute-Artikel online lesen
  • Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Theater heute Juni 2024
Rubrik: , Seite 100
von Nora Abdel-Maksoud

Weitere Beiträge
Come back und good-bye

Als Lori Glori zum ersten Mal den Mund öffnet zu «Wade in the water», einem Gospel, den sie schon als junges Mädchen in der Bayview Baptist Church San Francisco sang, ist sofort klar: Hinter dieser Stimme steckt jede Menge Power. Und sie kommt älteren Zuschauer:innen auch irgendwie bekannt vor: Lori Glori, bürgerlich Lori Hölzel geborene Ham, war eine der prägend...

Premieren im Juni 2024

AACHEN, GRENZLANDTHEATER
13. Ohm, Ich will keine Schokolade – Die Trude-Herr-Revue
R. Horst Johanning

AACHEN, DAS DA THEATER
6. Ashman und Griffith, Der kleine Horrorladen
R. Maren Dupont

AALEN, THEATER
8. von Horvath, Jugend ohne Gott
R. Ella Elia Anschein (Junges Theater) 
15. Frisch, Rip Van Winkle
R. Fabian Eberhardt (Junges Theater)

AUGSBURG, SENSEMBLE THEATER
...

Litanei der Schmerzen

Schließlich wechselt der Schrecken die Richtung. So wie über lange Zeit Geflüchtete aus vielen armen, geschundenen und verwüsteten Welten Zuflucht gesucht hatten in der Mitte Euro -pas, so ist nun deren Bevölkerung, vor allem die deutsche, verzweifelt auf der Flucht – und versucht, die in inneren Kämpfen verheerte Heimat gegen irgendeine neue einzutauschen, um...