Die Stimme von Alfred Kerr
Günther Rühle war es, der sich am meisten für mich nach meinem Tod eingesetzt hat. Ich bin 1948 in Hamburg gestorben, aber er hat viel zu meiner Wiederauferstehung in Deutschland beigetragen. In «Theater für die Republik» im Spiegel der Kritik 1917–1925 und 1926–1933 (1967 und 1988 bei S. Fischer erschienen) schrieb Rühle, sein Ziel sei ein erster Versuch zu erkunden, was es mit dem Theater der Weimarer Republik eigentlich auf sich hatte. Und da waren im ersten Band schon sehr zahlreiche Kritiken von mir enthalten, im zweiten Band ebenfalls.
Damit wurde ich als Theaterkritiker wieder etwas zur Kenntnis genommen (wenn auch nur von einer beschränkten, besonders an Theater interessierten Öffentlichkeit). In seinen sonstigen frühen Publikationen wie «Theater in unserer Zeit» (drei Bände bei Suhrkamp 1976,1982 und 1992) wurde ich erwähnt. Aber im ersten Band seiner «Theatergeschichte», der 2007 erschien, komme ich wiederholt und ausführlich vor, so zum Beispiel als das russische Theater nach Berlin kam und wie wichtig es für die deutsche Theaterentwicklung war. Im zweiten Band (2014) kam nur mein letzter Theaterbesuch in Hamburg und mein Tod vor. (Es gelang mir zu sagen, als ich nach ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute Juni 2024
Rubrik: Akteure, Seite 36
von Deborah Vietor-Engländer
Der Sylter FDP-Abgeordnete Lütje Wesel hat ein kleines Problem. Er ist zwar ein begnadeter Wahlkampfredner, unverzichtbar für seine Partei im gerade heißlaufenden Kommunalwahlendspurt, denn er kann die Leistungsträger-Sprüche seiner Partei herbeten, dass man fast noch dran glauben könnte. Aber – er ist inkontinent. Wie bei vielen Spitzenkräften legt sich der Körper...
Eine Ära ist schon wieder vorbei: Wer als Burgherr abtritt, ist Denkmal für immer. Die fünf Jahre von Martin Kušej im Überblick
Haiko Pfost hat das Freie-SzeneFestival Impulse sieben Jahre geleitet und tritt jetzt ab: eine Bilanz im Gespräch
Anja Schneider und ihre Mitspieler:innen zeigen eine neue Seite an Sivan Ben Yishais «Nora oder Wie man das Herrenhaus...
In Johann Nestroys Posse «Der Talisman» (1840) macht Titus Feuerfuchs Karriere, indem er seine Identität als Rothaariger verleugnet. Eine Perücke verhilft dem Underdog auf dem Gut der reichen Frau von Cypressenburg zum sozialen Aufstieg. Die Autorin, die sich Golda Barton nennt, und die Regisseurin Isabelle Redfern – beide wurden 2022 mit der...
