Fröhliche Hass-Frösche
Wie ist es dem Autor Tobias Ginsburg nur gelungen, zu immer neuen rechtsextremen Männerbünden Zutritt zu erhalten, undercover, kaum verkleidet, ausgerechnet er, ein «schmächtiger Jude», wie er sich selbst im Schauspiel Köln zu Beginn auf einer großen Videoleinwand bezeichnet? Anderthalb Jahre lang hat er recherchiert, bevor sein beeindruckendes Buch «Die letzten Männer des Westens» 2021 erschien, eine Recherche in den gruseligen Ecken von Männlichkeitswahn, Antifeminismus, Queerfeindlichkeit und Rechtsextremismus, die weltweit Gesellschaften zerfressen und dem Rechtsextremism
us den Boden bereiten, so der Autor: «Im Kampf gegen Demokratien hat der Krieg gegen Frauen und sexuelle Minderheiten nicht nur Tradition. Er hat Priorität».
In Köln bringt Rafael Sanchez sein Buch erstmals auf die Bühne, Ginsburg hat aktiv daran mitgearbeitet. Die erste Zusammenkunft eines Männerbundes beginnt vermeintlich harmlos: Im Wald aus neun entlaubten Baumstämmen (Bühne Eva-Maria Bauer), standhaft stark wie so ein Männerkörper nun mal gerne sein möchte, trifft er auf einen Haufen Würstchen grillender FDP-Mitglieder. Gespielt wird Ginsburgs Alter Ego von einer Frau, clever, sensibel und ...
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Theater heute Juni 2024
Rubrik: Chronik, Seite 57
von Dorothea Marcus
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