Neuro-Perspektiven
Letztlich war der Kaffee schuld. Dabei hatte der ehrgeizige Neurochirurg alles so perfekt geplant: zuerst dem Werbefuzzi namens «Du» irgendwie sein schriftliches Einverständnis abgeluchst, dass er ihn nächtens in seiner Wohnung überfallen darf, sein Gehirn entnehmen, in eine Nährlösung packen und an einen Computer anschließen, der ihm eine perfekte Umwelt vorgaukeln soll. Leider kann die Software nicht einmal guten Kaffeegeschmack simulieren, und die Küsse mit der neuen Praktikantin schmecken aus der Datenkonserve auch ernüchternd schal.
Es muss doch was Spezielles dran sein an der Wirklichkeit, die das Leben interessant macht.
Zu diesem nicht weiter überraschenden Ergebnis kommt Konstantin Küsperts «mensch maschine», nachdem der dämonische Nervendoktor noch die beteiligte Gefäßchirurgin aus dem Weg geräumt hat und sich ausdauernd mit seinem nerdhaften, aber mit großzügiger Fehlertoleranz ausgestatteten Programmierer herumgestritten hat. Am Ende steht die Einsicht, dass irgendein durchgeknallter Wissenschaftler immer zu allem bereit sein wird, aber die Rechenkapazität heutiger Rechner für ordentliche Wirklichkeitssimulationen einfach noch nicht hinreicht.
Sahar Amini hat den neuen ...
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Theater heute Dezember 2013
Rubrik: Chronik Regensburg, Seite 59
von Franz Wille
1./Sonntag
11.45, arte: Square: Peter Stein im Gespräch mit Vincent Josse und Anja Höfer
8./Sonntag
23.20, arte: Mahlermania: Nico and the Navigators, Regie Nicola Hümpel
22./Sonntag
23.05, arte: Gala zur Wiedereröffnung des Mariinski-Theaters in St. Petersburg
25./Mittwoch
16.00, 3sat: Les Misérables – Gefangene des Schicksals Spielfilm (2000) nach Victor Hugo, mit John...
Unter dem Vorhang blitzt ein Schuh. Als sich der Vorhang lüftet, gehört der Schuh zu einer Leiche und die Leiche zum ersten Fratzenbild, das Regisseur Herbert Fritsch dem Dramatiker Friedrich Dürrenmatt ins Komödienschuhfach geschoben hat.
«Die Physiker» spielen im Irrenhaus. Wobei Fritsch die Raumfrage wie üblich selbst gelöst hat, und zwar einfach raffiniert....
Kaum zu glauben, dass Ödön von Horváth so etwas geschrieben haben soll: Sein Don Juan, der aus dem Ersten Weltkrieg kommt, verkörpert die einzige historische Konstante, nachdem Millionen tot sind, die alte Welt zerbrochen, der Kaiser abgedankt, das Geld nichts mehr wert ist. Nur die weiblichen Reflexe folgen noch der alten Kompassnadel. Alle Damen der Schöpfung...
