Neue Stücke
Arbeit, Arbeit, Arbeit. Als hätten die Berliner Kaffeehaushocker Holm Friebe und Sascha Lobo nie Zeilen in «Wir nennen es Arbeit» geschunden und Marx-Schwiegersohn Paul Lafargue nicht schon vor Ewigkeiten das Recht auf Faulheit eingeklagt, kreist das neue deutsche Drama um seinen Lieblingsfetisch wie die SPD um die Vollbeschäftigung. Tamer Yigit und Branka Prlic erzählen im Jugendstück «Kein Kapital» für das Theater Bremen vom «Markt des Arbeits- und Selbstwerts und den sinkenden Aktien der Menschen darin».
Mit «Menschen bei der Arbeit» hat Henriette Dushe den Retzhofer Literaturpeis 2009 gewonnen; die Uraufführung inszeniert Alexandra Wilke in Chemnitz.
Leute wie Sveta, die Weißrussin, müssen erst einmal heiraten, um arbeiten zu können: Paul Brodowsky erzählt davon in «Lüg mir in mein Gesicht», das Christoph Frick in Freiburg auf die Bühne bringt. Und Sibylle Berg hat nun auch einen Text zur Krise verfasst: Der Stuttgarter Intendant Hasko Weber führt Regie bei «Hauptsache Arbeit!». – Unermüdlich produziert auch die Mecklenburgerin Juliane Kann: Am Schauspiel Frankfurt erscheint das Auftrags-Jugendstück «Bleib mein schlagendes Herz» (R: Daniela Löffner), in Stuttgart bringt Frank ...
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Thomas Assheuer Herr Haneke, für Ihren Film «Das weiße Band» sind Sie mit Lob überschüttet worden, in Cannes gab es 2009 dafür die Goldene Palme, und den Europäischen Filmpreis haben Sie auch bekommen. Vor allem für die Kinderszenen hat man sie gefeiert. Wie haben Sie die Kinder gefunden?
Michael Haneke Es war viel Arbeit. Wir wollten ja nicht nur begabte Kinder...
Anton Tschechow hätte sich vermutlich 1903 nicht träumen lassen, dass seine Szenen aus dem Landleben verarmender russischer Gutsbesitzer einmal den Lieblings-Bühnenspiegel einer bundesdeutschen Mittelstandsgesellschaft abgeben werden, deren Mitte so langsam der Stand wegbröckelt. Bei allen unübersehbaren Unterschieden gibt es gerade im «Kirschgarten» drei starke...
In der U-Bahn würde einem dieser Typ nicht auffallen. Nicht besonders groß, nicht besonders schlank, weder schön noch hässlich, in Jeans und T-Shirt. Wild schlägt und hackt dieser Durchschnittstyp in die Luft, bevor er sich einem Holzklotz zuwendet und ihn so zum Bersten bringt, dass die Splitter ins Publikum fliegen. Die Eingangsszene des ins Nichts dreschenden...
