Nachruf: Theater von Anfang an
Wer das Glück hatte mit Geesche Wartemann zu arbeiten, der konnte ihre Begeisterungsfähigkeit erleben, ihre Leidenschaft für das Theater, für dessen Zuschauer, insbesondere wenn diese Zuschauer Kinder waren. Zu erleben war aber auch die Ernsthaftigkeit, mit der sie ihre Überzeugungen vertrat. Sie redete nichts schön. Ohne Angst sich angreifbar zu machen, nahm sie Missstände nicht einfach hin.
Mit ihrer sanften, aber bestimmten Art verstand sie es, Kritik zu üben, nicht ohne Vorschläge zur Verbesserung zu machen und dafür Verantwortung zu übernehmen», schreibt Mieke Matzke zum Tod ihrer Kollegin Geesche Wartemann.
Geesche Wartemann, geboren 1966 in Hameln, war eine Grenzgängerin zwischen Theaterwissenschaft und -praxis. Zwischen Studium, Promotion und Juniorprofessur an der Universität Hildesheim arbeitete sie auch immer wieder am Theater, etwa bei der freien Gruppe Theater Mahagoni oder als Theaterpädagogin am Staatstheater Braunschweig. Nach einer Gastprofessur im norwegischen Kristiansand übernahm sie in Hildesheim die erste (und bislang einzige) Professur für Kinder- und Jugendtheater im deutschsprachigen Raum und nutzte die Herausforderung, dieses Forschungsgebiet auch in ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute Mai 2019
Rubrik: Magazin, Seite 79
von Red.
Marcel Heupermann hat eine steile Schauspielerkarriere hinter sich, wechselt demnächst von München nach Wien – und pflegt ein gesundes Selbstbewusstsein. Ein Porträt.
Als Karin Bergmann vor fünf Jahren das Wiener Burgtheater übernahm, war es hoch verschuldet, tief verunsichert und führungslos. Sie verlässt ein bestelltes Haus: eine Bilanz.
Wer meint, die Provinz...
Bei den letzten Salzburger Festspielen sprang Philipp Hochmair kurzfristig als Jedermann für den erkrankten Tobias Moretti ein und begeisterte die Zuschauer auf dem Domplatz. Seine Art, den jovial-arroganten, am Ende tief einsamen reichen Mann im Sterben zu geben, gefiel – und doch wusste man: Da war mehr als dieser Mainstream.
Diese Figur war Hochmair, der sie...
Bevor es richtig losgeht mit der vielstündigen Schlacht der Griechen, der Götter und des olympischem Gedonners, tritt der Schauspieler Nils Kahnwald in der Rolle des Schauspielers Nils Kahnwald an die Rampe der Münchner Kammerspielbühne. Wie ein Boxer trippelt er auf der Stelle und zeigt ein schmales Lächeln. Mit einer merkwürdig hellen, manchmal fast ins...
