Muster, die verbinden

Robert Wilson redet nicht gerne über seine Kunst. Warum auch? Aber dann gibt es trotzdem viel zu sagen über Raum, Stille, Bewegung und die Künstler:innen, die ihn geprägt haben. Ein Gespräch

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Heinz-Norbert Jocks Sie sagten einmal, der Darsteller müsse, wie alle anderen Künstler, mit dem Körper denken. Warum betonen Sie die Körperlichkeit so stark? 
Robert Wilson Der Geist ist ein Muskel. Zeit ist etwas, das wir erleben. Nichts Intellektuelles. Über mein Theater wird gesagt, man bewege sich langsam. Wenn man denkt, man bewegt sich langsam, denkt man nicht darüber nach. Sobald man dies aber tut, ist es voll von Zeit und etwas, das man mit dem Körper und nicht nur mit dem Kopf erlebt. Der Körper lügt nicht.

Die Wahrheit liegt in dem, was du erlebst. Wenn ich das Kristall meiner Uhr berühre, ist sie kühl. Das ist eine Wahrheit. Wenn ich meine Stirn berühre, ist sie warm. Das ist ebenfalls die Wahrheit. Wenn ich einen Sonnenuntergang sehe, so ist das etwas, was ich erlebe, kein intellektueller Prozess. Martha Graham sagte: «So etwas wie keine Bewegung gibt es nicht. Sie existiert, solange wir leben.» Wenn wir uns dieser Bewegung bewusst sind und uns nach außen hinbewegen, geht die Linie weiter. Und John Cage sagte: «So etwas wie Stille gibt es nicht», und wenn wir ganz leise zuhören, wird sich die Abfolge der Klänge, die wir in der Stille vernehmen, niemals wiederholen. Von ...

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Theater heute Dezember 2021
Rubrik: Akteure, Seite 26
von Heinz-Norbert Jocks

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