Mülheim: Es geht um alles
Was für eine Saison, die an aufregenden, mutigen, wichtigen Theatertexten geradezu überquillt! Unter einigen Verlustqualen hat die Jury der Mülheimer Theatertage acht ausgewählt, in denen es um so Grundlegendes wie Frauen, Männer, Vögel, Familie, Deutschland, künstliche Intelligenz, Freiheit der Kunst und das Finanzamt geht:
Sivan Ben Yishai «LIEBE/Eine argumentative Übung», Regie Jakob Weiss, vom Nationaltheater Mannheim, Carmen Jeß «Bookpink», Regie Anja Michaela Wohlfarth, Schauspiel Graz, Thomas Melle «Ode», Regie
Lilja Rupprecht, Deutsches Theater Berlin, Ewald Palmetshofer «Die Verlorenen», Regie Nora Schlocker, Residenztheater München, Bonn Park «Das Deutschland», Regie Bonn Park, ETA Hoffmann Theater Bamberg, Falk Richter «In My Room», Regie Falk Richter, Maxim Gorki Theater Berlin, Kevin Rittberger «IKI. radikalmensch», Regie Rieke Süßkow, Theater Osnabrück und Felicia Zeller «Der Fiskus», Regie Christoph Diehm, Staatstheater Braunschweig. Eva Behrendt (Mitglied der Auswahljury)
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Theater heute März 2020
Rubrik: Magazin, Seite 71
von Eva Behrendt (Mitglied der Auswahljury)
Vergangenen Oktober, anlässlich des 30-jährigen Jubiläums der friedlichen Revolution, erzählte Alexander Weigel noch einmal, wie es zur legendären «Hamlet/Maschine» von Heiner Müller im Deutschen Theater kam, die er als Dramaturg begleitet hatte. Wie die im Januar 1988 herausgekommene Inszenierung «Der Lohndrücker» zwar das «Publikum einigermaßen frappiert» hatte...
Thomas Bernhards letztes Theaterstück wurde genau 50 Jahre nach dem «Anschluss» Österreichs an Nazi-Deutschland uraufgeführt: «Heldenplatz» war der Beitrag des Burgtheaters zum Gedenkjahr 1988. Die Premiere war Auslöser eines legendären Theaterskandals, in dessen Verlauf unter anderem eine Fuhre Mist vor dem Theater abgelagert wurde und die «Kronen-Zeitung» mit der...
Es geht schon vom ersten Moment an in die Hose. Das Intro zu «Prometheus», das im Juni im Studio der Schaubühne Premiere hatte, sollte sie uns kurz noch mal referieren, Sie wissen schon, all diese Götter, die da durcheinandergeraten im antiken Mythos, und die Streberin im kleinen Schwarzen (Carol Schuler) hat es auch ganz gut drauf. Aber der Typ daneben, eigentlich...
