Mülheim: Es geht um alles
Was für eine Saison, die an aufregenden, mutigen, wichtigen Theatertexten geradezu überquillt! Unter einigen Verlustqualen hat die Jury der Mülheimer Theatertage acht ausgewählt, in denen es um so Grundlegendes wie Frauen, Männer, Vögel, Familie, Deutschland, künstliche Intelligenz, Freiheit der Kunst und das Finanzamt geht:
Sivan Ben Yishai «LIEBE/Eine argumentative Übung», Regie Jakob Weiss, vom Nationaltheater Mannheim, Carmen Jeß «Bookpink», Regie Anja Michaela Wohlfarth, Schauspiel Graz, Thomas Melle «Ode», Regie
Lilja Rupprecht, Deutsches Theater Berlin, Ewald Palmetshofer «Die Verlorenen», Regie Nora Schlocker, Residenztheater München, Bonn Park «Das Deutschland», Regie Bonn Park, ETA Hoffmann Theater Bamberg, Falk Richter «In My Room», Regie Falk Richter, Maxim Gorki Theater Berlin, Kevin Rittberger «IKI. radikalmensch», Regie Rieke Süßkow, Theater Osnabrück und Felicia Zeller «Der Fiskus», Regie Christoph Diehm, Staatstheater Braunschweig. Eva Behrendt (Mitglied der Auswahljury)
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Theater heute März 2020
Rubrik: Magazin, Seite 71
von Eva Behrendt (Mitglied der Auswahljury)
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Breitbeinig steht er da, dünn, blass. «Jeder Mensch ist ein Abgrund, es schwindelt einem, wenn man hinabsieht», sagt er tonlos zu sich selbst. Ein schmalbrüstiger Jüngling ist Woyzeck in Zino Weys Stuttgarter Inszenierung von Georg Büchners gleichnamigem Sozialdrama. Sylvana Krappatsch spielt den Multijobber geradezu autistisch, lehnt sich steifhalsig schräg nach...
Man ist auf der Suche nach der nächsten großen Geschichte: «Der Rest der Welt geht vielleicht zum Teufel, aber die Geschichten sind besser denn je. Und wir haben die Möglichkeit, etwas völlig Neues zu schaffen … Wir können die Welt verändern.» Mit diesem hingerotzten Hype empfängt der erfolgsverwöhnte Medienguru Sandy sechs Projektautoren an einem gigantischen...
