Mit allen Mitteln der Kunst
Wie spielt man in einem großen Haus Repertoiretheater trotz Pandemie? Am Hamburger Thalia versucht man es so: beschränkte Platzzahl, Plexiglasscheiben zwischen den Logen, ein Irrgarten von Zugängen ins Haus. Dabei geht es in Antú Romero Nunes’ «Ode an die Freiheit» um den Versuch, das Freiheitspathos aus drei Schiller-Dramen zu schälen. Also um politische Freiheit in «Wilhelm Tell», um freie Liebe in «Kabale und Liebe», schließlich um die ganz konkrete Freiheit in «Maria Stuart», wenn die Titelheldin vergeblich auf Befreiung aus der Kerkerhaft hofft.
Geplant war die Premiere bereits fürs Frühjahr, wegen der Pandemie musste sie verschoben werden, obwohl der Abend fast fertig war. Zu «Maria Stuart» und «Kabale und Liebe» drehte Nunes noch zwei Theaterfilme, mit denen das Thalia Teile seines Online-Programms bestritt.
Verständlich aber, dass seine letzte Inszenierung als Thalia-Hausregisseur (seit Beginn der Spielzeit ist Nunes Co-Intendant am Basler Schauspiel) nicht in der Versenkung verschwinden sollte. Allerdings ist die hier besungene Freiheit kein so unschuldiger Begriff mehr wie noch vor einem halben Jahr. Am Premierenwochenende demonstriert eine ungesunde Mischung aus ...
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Theater heute Oktober 2020
Rubrik: Aufführungen, Seite 26
von Falk Schreiber
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