Festival: Zehn Kontakte
Hast du die Regel mit den zehn Kontakten verstanden?» «Nein. Darf man jederzeit mit zehn Leuten zusammenstehen? Worin besteht dann der Schutz?» Anscheinend gibt es eine Unklarheit im ansonsten ausgeklügelten Pandemiekonzept beim Internationalen Sommerfestival Hamburg bezüglich der Frage, mit wie viel Personen man sich treffen kann.
Zehn Besucher*innen dürfen gemeinsam die Performances besuchen und dann auch zusammensitzen, aber was ist in den Foyers? Oder im Festivalzentrum Avant-Garten, wo man theoretisch in Zehnerschritten das gesamte Publikum abklatschen könnte und so nach einer gewissen Zeit einem Infizierten begegnen müsste?
Nesterval testet auf Sozialdemokratie
Das sind wichtige Überlegungen, weil das Internationale Sommerfestival eine Art Lackmustest ist für die Frage, wie in Zeiten von Corona Theater gespielt werden kann. Viele Festivals des Sommers sind abgesagt, in Hamburg aber soll gespielt werden. Unter dem Regiment eines 42-seitigen Sicherheitskonzepts, das genau regelt, wie man sich per App beim Platznehmen zu registrieren hat, wie man den Einlass in die Kampnagel-Hallen organisiert, wann man Masken tragen muss und wann nicht. «Das Festival ist ein Vorschlag, wie ...
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Theater heute Oktober 2020
Rubrik: Magazin, Seite 67
von Falk Schreiber
«Bitte erwarten Sie nichts, das ist nur ein theatralischer Trailer.» Mit diesem Vorwort lässt Regisseur, Hauptdarsteller und Musiker Christian Friedel gleich am Anfang die Luft aus sämtlichen Erwartungshaltungen, die sich an dieses «Searching for Macbeth» richten könnten. Per Video gibt es eine Einführung zum Stand der Dinge, was man eigentlich vorhatte (Musik,...
Lacht nicht über mich, ich bin ein alberner und altersschwacher Mann» – und keiner lacht. Lears Weg von Amtsmüdigkeit zu Altersstarrsinn zu Kontrollverlust, Gedächtnisschwund und Identitätsaufweichung ist dem Publikum ein bekannter Weg. Johan Simons schickt in seiner Bochumer Inszenierung den König Lear vorweg schon auf die Bühne mit der Bitte um Nachsicht.
Aber...
The Show Must Not Go On»: Was Tim Etchells am Ufer des Zürichsees als Leuchtschrift auf ein schwindelerregendes Gerüst montiert hat, ist Programm im diesjährigen «Speki»: So tun als ob, geht nicht. Einfach eine Schrumpflösung des geplanten Pro- gramms wäre nicht umzusetzen gewesen. Das Zürcher Theaterspektakel ist gewöhnlich die Quintessenz der...
