Festival: Zehn Kontakte
Hast du die Regel mit den zehn Kontakten verstanden?» «Nein. Darf man jederzeit mit zehn Leuten zusammenstehen? Worin besteht dann der Schutz?» Anscheinend gibt es eine Unklarheit im ansonsten ausgeklügelten Pandemiekonzept beim Internationalen Sommerfestival Hamburg bezüglich der Frage, mit wie viel Personen man sich treffen kann.
Zehn Besucher*innen dürfen gemeinsam die Performances besuchen und dann auch zusammensitzen, aber was ist in den Foyers? Oder im Festivalzentrum Avant-Garten, wo man theoretisch in Zehnerschritten das gesamte Publikum abklatschen könnte und so nach einer gewissen Zeit einem Infizierten begegnen müsste?
Nesterval testet auf Sozialdemokratie
Das sind wichtige Überlegungen, weil das Internationale Sommerfestival eine Art Lackmustest ist für die Frage, wie in Zeiten von Corona Theater gespielt werden kann. Viele Festivals des Sommers sind abgesagt, in Hamburg aber soll gespielt werden. Unter dem Regiment eines 42-seitigen Sicherheitskonzepts, das genau regelt, wie man sich per App beim Platznehmen zu registrieren hat, wie man den Einlass in die Kampnagel-Hallen organisiert, wann man Masken tragen muss und wann nicht. «Das Festival ist ein Vorschlag, wie ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute Oktober 2020
Rubrik: Magazin, Seite 67
von Falk Schreiber
Mit der Forschung zu Pina Bauschs Werk verhält es sich umgekehrt proportional zu ihrem Ruf. Als Choreografin ist sie weltberühmt und fast schon so etwas wie ein deutsches Kulturerbe, in der tanzwissenschaftlichen Forschung kommt sie fast gar nicht mehr vor. Nach einer ersten Erkundungswelle in den späten 1970er und 1980er Jahren, deren Erkenntnisse bis heute den...
Der Ozean schäumt, gischtet, brandet. Wellen türmen sich zu enormer Höhe auf, Wassermassen schieben heran, ein schwarzgraues, dunkles Wogen, das in weißer, brodelnder Gischt endet, während sich im Hintergrund schon die nächsten Riesenwellen aufschichten, schieben, gischten, bis sie brechen. Der silbergraue Himmel geht unterschiedslos in wütendes Wasser über....
Lacht nicht über mich, ich bin ein alberner und altersschwacher Mann» – und keiner lacht. Lears Weg von Amtsmüdigkeit zu Altersstarrsinn zu Kontrollverlust, Gedächtnisschwund und Identitätsaufweichung ist dem Publikum ein bekannter Weg. Johan Simons schickt in seiner Bochumer Inszenierung den König Lear vorweg schon auf die Bühne mit der Bitte um Nachsicht.
Aber...
