Empört euch!
Take that, Corona! Martin Kušej mag es zwar nicht, wenn man das Burgtheater verkürzt «die Burg» nennt, wie es die Wienerinnen und Wiener gern liebevoll tun, aber eine unwirtliche Festung war seine Eröffnungspremiere trotzdem. Burg passt eigentlich perfekt zu Kušejs martialischen Inszenierungen. Stattliche dreieinhalb Stunden inklusive Pause dauerte seine gewohnt düstere Version von Calderóns barockem Versdrama «Das Leben ein Traum».
Wo andere aufgrund der Pandemie kürzen, zerdehnt Kušej den Abend trotzig mit zahllosen Auf- und Abblenden, begleitet von bedrohlich wabernden Klängen von Bert Wrede. Erzählt wird die Geschichte des polnischen Königssohns Sigismund, der im Kerker dahinvegetiert, weggesperrt wegen einer Prophezeiung, er würde Tyrannei und Verderben über den Staat bringen. Philosophische Fragen nach Schicksal und freiem Willen werden verhandelt. Eine Männergesellschaft kämpft mit allen Mitteln um ihren Machterhalt und folgt dabei einem verknöcherten Begriff von Ehre und Autoritätsgläubigkeit. Kurzum: ein Stoff, wie gemacht für Kušej.
Schwarze Ziegel
Nachdem er den großen Auftakt zu seiner Intendanz im Vorjahr an Ulrich Rasche mit den «Persern» abgetreten hatte, gibt nun ...
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Theater heute Oktober 2020
Rubrik: Aufführungen, Seite 32
von Karin Cerny
Wie spielt man in einem großen Haus Repertoiretheater trotz Pandemie? Am Hamburger Thalia versucht man es so: beschränkte Platzzahl, Plexiglasscheiben zwischen den Logen, ein Irrgarten von Zugängen ins Haus. Dabei geht es in Antú Romero Nunes’ «Ode an die Freiheit» um den Versuch, das Freiheitspathos aus drei Schiller-Dramen zu schälen. Also um politische Freiheit...
Das Ende der Serie
Text für eine oder mehrere F
PROLOG
Da sind Sie wohl zu spät gekommen:
Das Bett ist leer, die Mutter tot.
Sie liegt erkaltet schon im Keller,
doch vielleicht klebt sie noch hier,
da oben an der Decke maybe –
sie starb heut Morgen gegen vier.
Sie hat sehr grauenhaft gelitten,
so einsam, kalt, verlassen hier,
sie hat nach Ihnen noch gerufen –
der...
Hast du die Regel mit den zehn Kontakten verstanden?» «Nein. Darf man jederzeit mit zehn Leuten zusammenstehen? Worin besteht dann der Schutz?» Anscheinend gibt es eine Unklarheit im ansonsten ausgeklügelten Pandemiekonzept beim Internationalen Sommerfestival Hamburg bezüglich der Frage, mit wie viel Personen man sich treffen kann. Zehn Besucher*innen dürfen...
