Memento mori

Karin Beier versammelt mit «Aus dem Leben» am Hamburger Schauspielhaus Positionen zu Sterbehilfe und assistiertem Suizid, Studio Braun machen mit «Coolhaze» aus Kleists «Michael Kohlhaas» einen Gangsterfilm

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Für Karin Beier ist die aktuelle Spielzeit eine der Thesenstücke. Im Herbst dramatisierte die Intendantin des Deutschen Schauspielhauses Hamburg auf der Hauptbühne Ian McEwans Roman «Kindeswohl», in dem es um medizinische Behandlung gegen den Willen des Patienten ging; als zweite eigene Regiearbeit der Saison zeigt sie auf der Nebenbühne Malersaal die Recherche «Aus dem Leben», die die Diskussion über Sterbehilfe und assistierten Suizid aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet.

Wenn man noch Tugsal Moguls Inszenierung «Wir haben getan, was wir konnten» hinzunimmt, die im September 2020 die Arbeitsbedingungen in einem nach rein ökonomischen Kriterien durchorganisierten Gesundheitssystem dokumentierte, etabliert sich Medizinethik als zentraler Strang am Hamburger Schauspielhaus. 

«Aus dem Leben» ist komponiert aus Interviews, die die Journalistin Brigitte Venator mit Betroffenen geführt hat. Nacheinander treten auf: ein ehrenamtlich tätiger Sterbebegleiter (Markus John); eine Frau mittleren Alters (Julia Wieninger), die sich aus einer feministischen Motivation für Sterbehilfe einsetzt, weil es hier darum geht, Autonomie zu erlangen und zu bewahren; ein Sohn (Maximilan Scheidt), ...

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Theater heute Februar 2022
Rubrik: Aufführungen, Seite 21
von Falk Schreiber

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