Memento mori
Für Karin Beier ist die aktuelle Spielzeit eine der Thesenstücke. Im Herbst dramatisierte die Intendantin des Deutschen Schauspielhauses Hamburg auf der Hauptbühne Ian McEwans Roman «Kindeswohl», in dem es um medizinische Behandlung gegen den Willen des Patienten ging; als zweite eigene Regiearbeit der Saison zeigt sie auf der Nebenbühne Malersaal die Recherche «Aus dem Leben», die die Diskussion über Sterbehilfe und assistierten Suizid aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet.
Wenn man noch Tugsal Moguls Inszenierung «Wir haben getan, was wir konnten» hinzunimmt, die im September 2020 die Arbeitsbedingungen in einem nach rein ökonomischen Kriterien durchorganisierten Gesundheitssystem dokumentierte, etabliert sich Medizinethik als zentraler Strang am Hamburger Schauspielhaus.
«Aus dem Leben» ist komponiert aus Interviews, die die Journalistin Brigitte Venator mit Betroffenen geführt hat. Nacheinander treten auf: ein ehrenamtlich tätiger Sterbebegleiter (Markus John); eine Frau mittleren Alters (Julia Wieninger), die sich aus einer feministischen Motivation für Sterbehilfe einsetzt, weil es hier darum geht, Autonomie zu erlangen und zu bewahren; ein Sohn (Maximilan Scheidt), ...
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Theater heute Februar 2022
Rubrik: Aufführungen, Seite 21
von Falk Schreiber
Stirbt ein Mensch, geht das Leben weiter. Stirbt die Menschheit, stirbt die Zeit. Das ist die tröstlich-traurige Bilanz eines Doppelprojekts der Regisseurin Laura Linnenbaum im Kleinen Haus des Düsseldorfer Schauspielhauses. Max Porters lyrisch-fantastische Erzählung «Trauer ist ein Ding mit Federn» und Marlen Haushofers Roman «Die Wand» auf der Bühne: erst ein...
AACHEN, GRENZLANDTHEATER
23. nach Genovese, Das perfekte Geheimnis
R. Anja Junski-Setzer
AALEN, THEATER DER STADT
10. Rottmann, Paul*
R. Winfried Tobias
25. Peter, Du und ich! (U)
R. Richard Haupt (Inklusiver Spielclub)
ALTENBURG GERA, THEATER
4. McDonagh, Inishmaan, Der Krüppel von Inishmaan
R. Manuel Kressin
27. Chapman, Cleese, Gilliam, Idle, Jones und Palin,...
Dass vor Beginn der Vorstellung die Stimme von Martin Kušej ertönt, ist derzeit normal. Aber während der Direktor üblicherweise an die Einhaltung der gerade geltenden Schutzmaßnahmen appelliert, hört sich seine Tonbandansprache diesmal etwas anders an. Das Kasino sei ein «shared space», aber kein «safe space», sagt Kušej, wer sich nicht sicher fühle, könne das...
