Mehr Wodka!
Es ist kein Zufall, dass die drei letzten großen Theaterproduktionen des steirischen herbst allesamt im Foyer beginnen. Dort, im Theatervorraum, spielt ja auch das richtige Leben: Da stimmt sich der Besucher auf den Übertritt in die Bühnenwelt ein, hat noch Gelegenheit, ein wenig kulturelles Kapital zu wechseln, in guter Gesellschaft zu trinken, und kann sich am Ende auch noch am freien Austausch der Meinungen über das Gesehene beteiligen. Kein unattraktiver Ort also für postdramatische Entgrenzungen aller Art.
Um «Liebe, Leidenschaft und Leben im Exil» werde es gehen, verkündet Mårten Spångberg also den Festivalbesuchern im Foyer des Dom im Berg, einer zur Jahrtausendwende in den Schlossberg der Stadt Graz gesprengten Multifunktionshöhle, bevor er den Weg in den Theaterraum freigibt. Dort haben der holländische Regisseur und Performing-Arts-Forum-Gründer Jan Ritsema und seine 18-köpfige Supergroup (mit Künstlern und Choreografen wie Christine de Smedt, Xavier Le Roy u.a.) das Set für «Shakespeare’s As You Like It, A Body Part» vorbereitet. Man ahnt bereits: Mit dem von Shakespeare erdachten komödiantischen Reigen der Verbannten im Ardenner Wald hat das Kommende nur im ganz ...
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Theater heute Dezember 2011
Rubrik: MAGAZIN, Seite 55
von Thomas Wolkinger
Seinen Segen hatte Staffan Valdemar Holm schon gespendet, bevor er selbst die höheren Weihen empfangen konnte. Auf einem Video sieht man den 1958 geborenen Holm, der zuvor Intendant in Malmö und am Stockholmer Dramaten war, als Pfarrer, der die Beerdigung von «Michel Houellebecq» geistlich begleitet, wie es Michel Houellebecq für sein literarisches Alter Ego in...
Die Stadt haben die Schwestern sich als luftige Sehnsuchts-Skyline ganz oben ins Kinderzimmer gehängt, das Landleben läuft als stummes Baumrauschen auf dem Flachbildschirm, obwohl man es vor der Tür doch gefühlsintensiver hätte. Wie Aufziehpuppen hasten die Bewohner durch ihr Gut, das Theun Mosk im Schauspielhaus
Bochum über vier Etagen als pittoreskes...
Überregional wahrgenommen für seinen Diskussionsanstoß zur Zukunft des Stadttheaters, hat das Theater Freiburg momentan nur ein Sorgenkind: das Kleine Haus, das eigentliche Domizil des Schauspiels. Man habe, sagte Intendantin Barbara Mundel der örtlichen Zeitung, den Bogen vielleicht mit «zu vielen unbekannten Stücken» überspannt, das Haus war zuletzt nur zu 65...
