Leise klimpernde Schläfrigkeit

Tschechow «Drei Schwestern»

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Die Stadt haben die Schwestern sich als luftige Sehnsuchts-Skyline ganz oben ins Kinderzimmer gehängt, das Landleben läuft als stummes Baumrauschen auf dem Flachbildschirm, obwohl man es vor der Tür doch gefühlsintensiver hätte. Wie Aufziehpuppen hasten die Bewohner durch ihr Gut, das Theun Mosk im Schauspielhaus
Bochum über vier Etagen als pittoreskes Setzkastensystem angelegt hat: alles Einzelzellen.

Denn hier wird ja auch nicht miteinander, sondern über- und durcheinander geredet, verstehen kann man ohnehin oft nichts wegen des Musikteppichs von Paul Koeks Veenfabriek aus Leiden.

Schon im zweiten Jahr hat Intendant Anselm Weber dem niederländischen Regisseur und Musiker die Eröffnung der Spielzeit überlassen, der bekannt dafür wurde, stets dem musikalischen Fluss der literarischen Werke zu gehorchen. An der Seite sitzen drei Musikerinnen wie ältere Ausgaben der drei Schwestern und spielen Cello, Flöten, Tasteninstrumente oder Porzellangeschirr nach Motiven von Morton Feldmann, der Backgroundchor steigt mit den Darstellern die Treppen auf und ab. Was zuerst wie lästige Hintergrundmusik wirkt, verwandelt sich in einen sehnsüchtig-flirrenden Grundton, der sich schwebend um die ...

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Theater heute Dezember 2011
Rubrik: Schauspielhaus Bochum, Seite 45
von Dorothea Marcus

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