Mehr Spielraum für Spielregeln
Nicht rennen und unter keinen Umständen laut sein! Im Münchener Haus der Kunst wird man schon angeraunzt, bevor das erste Werk zu sehen ist. Bisschen viel prophylaktische Disziplinierung für eine Ausstellung mit dem Titel «For Children». «This is Germany», murmelt jemand.
Drinnen gibt es dennoch jede Menge Kids, wirklich tolle Kunstwerke – und mindestens fünfzehn verschiedene Arten von Verbotsund Hinweisschildern sowie genervtes Personal: Bausteine nur in der Mitte des Raumen verwenden, Gänge frei lassen und die Bälle im dafür vorgesehenen Rahmen, hier Ruhe bitte und dort nur krabbeln … Abgesehen davon, dass in dieser (eigentlich sehr guten) Ausstellung vielleicht andere kuratorische Lösungen des Policing und eine bessere Einführung der überforderten Vigilant:innen sinnvoll gewesen wären: Es ist ja tatsächlich gar nicht so einfach mit der Freiheit der Kunst vs. der Freiheit des Publikums. Wie lässt sich das Werk vor den Zuschauer:innen schützen, wenn alles immer partizipativer wird und viele mehr wollen als nur Betrachten?
Das Paradox der Teilhabe findet sich auch im sogenannten Mitmachtheater, das allzuoft den permanenten Zwang zur Partizipation im All-inclusive-Kapitalismus und ...
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Theater heute Februar 2026
Rubrik: Magazin, Seite 73
von Florian Malzacher
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