«Leben heißt gebrochen werden»
Franz Wille Gestern war die Generalprobe, heute sollte Premiere sein, wann die erste öffentliche Vorstellung von «Come as you are» stattfinden wird, ist derzeit noch nicht absehbar. Hat sich Fritz Kater auch den Durchlauf angesehen, und wenn ja, was hält er von der Inszenierung?
Armin Petras Fritz Kater war gestern nicht in der Probe. Er interessiert sich nicht dafür. Aber wenn ich ihn sehe, werde ich ihm davon erzählen.
FW Auf jeden Fall einen schönen Gruß, bitte.
Die Situation derzeit ist ja völlig bizarr. Man probt und arbeitet ins Ungewisse. Was macht das mit einer Produktion, mit den Schauspielern auf der Bühne? Was passiert hier eigentlich gerade?
Petras Die Frage stelle ich mir seit dem 16. März. An dem Tag hätte ich in Prag eine Premiere gehabt, und um 14:30 Uhr rief mich die Assistentin des Bürgermeisters an, um mir mitzuteilen, dass am Abend keine Premiere sein würde. Sie hat auch seitdem nicht stattgefunden, auch nach dem zweiten Anlauf im September nicht. Im Sommer musste ich einmal sehr lachen, als ich einen kurzen Text von Alexander Kluge las, in dem er den Überfall der Deutschen auf Paris beschreibt, genauer auf die Pariser Oper. Sie sind an einem Freitag gekommen, ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute Februar 2021
Rubrik: Das Stück, Seite 36
von Franz Wille
Come as you are (jokastematerial oder der kapitalismus wird nicht siegen)
© Henschel Schauspiel Theaterverlag 2020
These fragments I have shored against my ruins.
t. s. eliot, the waste land
content
im jahr 2015 ereignet sich die endgültige vertrocknung des landes
ein dichter versucht sein bröckelndes leben neu zu lesen
und schamane seines stammes zu werden
...
Vielleicht brauchte es den Abstand von dreißig Jahren, um dieses Stück in seinen weit ausgreifenden gesellschaftskritischen Dimensionen auszumessen. Den Blick eines klugen Regisseurs und hellwacher Spieler*innen, die sich dem Stoff mit ihrer eine Generation jüngeren Weltsicht nähern. «Einfach das Ende der Welt» ist die Geschichte vom verlorenen Sohn Louis, in...
Emilia heißt das Neugeborene, dessen Kollektiv-Co-Mutter ich gerade geworden bin. Ihr Geschlecht hat ein Zufallsgenerator bestimmt. Zuvor wurden wir, das Online-Publikum von Interrobangs theatraler Zoomkonferenz «Livestream: Familiodrom», nach der Intensität unseres Kinderwunsches und dem sozio-ökonomischen Milieu befragt, in das das potenzielle neue Leben...
