Learning by doing
Vor zwei Jahren kamen die Regisseurinnen Anta Helena Recke und Julia Wissert bei einer Veranstaltung der Berliner Akademie der Künste zusammen, um über ihre Arbeit zu sprechen. Und unvermeidlich auch: über ihre Erfahrungen als schwarze Deutsche mit Ausgrenzung und Rassismus im Alltag ebenso wie im Theaterbetrieb. Dreimal täglich denke sie daran, das Land zu verlassen, sagte Wissert da, und Recke pflichtete ihr bei. Aber, so Recke: «Who else would do the work that really should be done? White people who do not even know that they are white are not going to do the work.
» – «Wer sonst würde die Arbeit erledigen, die wirklich getan werden sollte? Weiße Menschen, die nicht einmal wissen, dass sie weiß sind, werden es nicht tun.» Die Arbeit, um die es hier geht, ist: Der Theaterlandschaft in die bundesdeutsche Gegenwart zu verhelfen.
Lange galt Theater als Ort, an dem Dinge anders gedacht werden können, an dem Strukturen infrage gestellt und neu erfunden werden können. Es galt als politischer Ort, als Ort, an dem eine Gesellschaft zusammenkommt und sich über die Grundlagen ihres Zusammenlebens verständigt. In den letzten Jahren aber wurde immer sichtbarer, wie sehr es auch geprägt ist ...
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Theater heute Oktober 2020
Rubrik: Report, Seite 48
von Esther Boldt
Wie spielt man in einem großen Haus Repertoiretheater trotz Pandemie? Am Hamburger Thalia versucht man es so: beschränkte Platzzahl, Plexiglasscheiben zwischen den Logen, ein Irrgarten von Zugängen ins Haus. Dabei geht es in Antú Romero Nunes’ «Ode an die Freiheit» um den Versuch, das Freiheitspathos aus drei Schiller-Dramen zu schälen. Also um politische Freiheit...
Er war ein Kind, ein Kindskopf, ein Lausbub, ein Seiltänzer, ein Traumtänzer, ein Menschenverhexer, ein Spieler und Theaterlüstling, ein Glückspilz, ein Genießer der einfachsten und feinsten Speisen, der auf keinen Gourmetführer angewiesen war, aber ein absolut kompetenter Gourmetführer hätte sein können, ein wahrer Kenner der Weine, ein Kunstsammler,...
Gutes Theater ist wunderbar», schreiben die «CyberRäuber» Björn Lengers und Marcel Karnapke auf ihrer Homepage. «Aber die Zeiten des Theaters als bürgerliches Leitmedium sind vorbei.» Dass die «Mission» der CyberRäuber ausgerechnet im Deutschen Theater Berlin uneingeschränkt Zustimmung findet, darf man bezweifeln. Doch für die diesjährige, Corona-bedingt im...
