Corona: Spiel mit der Krise
The Show Must Not Go On»: Was Tim Etchells am Ufer des Zürichsees als Leuchtschrift auf ein schwindelerregendes Gerüst montiert hat, ist Programm im diesjährigen «Speki»: So tun als ob, geht nicht. Einfach eine Schrumpflösung des geplanten Pro- gramms wäre nicht umzusetzen gewesen. Das Zürcher Theaterspektakel ist gewöhnlich die Quintessenz der Corona-Inkompatibilität: Horden von Flaneuren, die sich am See drängeln, auf der Landiwiese, zwischen Ständen mit Weltküche und improvisierten Bühnen, Straßenkünstlern und Buden.
Das fällt dieses Jahr alles weg – stattdessen gibt es drei melancholische Kunstinstallationen vor dem eindunkelnden See: «More Sweetly Play the Dance», eine 40 Meter lange Prozession des Südafrikaners William Kentridge, die Lichtinstallation «I Live Under Your Sky Too» der Inderin Shilpa Gupta und die programmatische Schrift von Etchells. In der Werft zeigen Rugile Barzdžiukaite, Vaiva Grainyte und Lina Lapelyte ihre ebenfalls sehr installative «Indoor Beach Opera» «Sun & Sea», die im vergangenen Jahr schon im litauischen Pavillon der Biennale Venedig Aufsehen erregt hat und mit dem Goldenen Löwen ausgezeichnet wurde.
Wenn das Leben die Kunst einholt
Not macht ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute Oktober 2020
Rubrik: Magazin, Seite 66
von Andreas Klaeui
«In der heutigen Zeit möchten wir zur Entspannung leichte Musik.» / «Erheben Sie das Minderwertige doch nicht zum Symbol unserer Zeit!» / «Sie werden hiermit höflichst und inständigst gebeten, uns in Zukunft mit derartigem Quatsch zu verschonen.» Immunisiert sich Luise Voigt etwa gegen den erwarteten Shitstorm, indem sie noch vor Beginn ihrer Oldenburger «Draußen...
Ludi zeichnet. Nichts, was heute noch zu Fame & Fortune führt. Schon gar nicht in diesem Future-City-Style, der jedes retro-chic animierte Online-Game zieren würde und der jetzt über die Videowand im Freiburger Theater flimmert. Nein, Ludi zeichnet Karikaturen für die Tagespresse. Ein aussterbendes Jobprofil, noch dazu ein mies bezahltes. Falls das Honorar...
Drama und Theorie sind immer noch Männersache, wenn man auf den Kanon und die einschlägigen Lexika sieht: über Frauen und ihren langen Weg in die Unsterblichkeit
Marina Galic, gerade erst Anfang 40, spielt schon seit über 20 Jahren in den besten Ensembles: an der Schaubühne, am Münchner Residenztheater, am Hamburger Thalia Theater. Ein Porträt
Alles nur...
