Lauter Text
Es geht mir um Text, der gesprochen wird, Text, der verkörpert wird, durchaus auch mal um Text, der geschrien werden muss, denn einiges drängt so aggressiv nach vorne, dass ihm gemäßigte Verlautbarung nicht genügt. Dramatik ist die literarische Gattung, die Gestalt annimmt, nämlich durch die Begegnung mit anderen künstlerischen Disziplinen: Regie, Schauspiel, Bühne, Kostüm, Licht und Ton und noch einige mehr. Die Dramatik kommt also erst durch ihre Bandenorganisation zur vollen Blüte.
Dabei möchte ich betonen, dass alles, was ich Ihnen erzähle, meine persönliche Perspektive ist, nicht mehr und nicht weniger kann ich Ihnen vermitteln, von Allgemeingültigkeit nehme ich weitestgehend Abstand. Die Ich-Perspektive hört sich immer etwas selbstbezogen an, sie ist für mich aber eine logische Konsequenz daraus, dass wir Autor:innen alle unterschiedlich schreiben, in unseren Inhalten, Stilen, aber auch in unserem praktischen Arbeitsalltag, in unseren Produktionsweisen. Dieser Beruf ist eine hochindividuelle Angelegenheit. (…)
Dramatik, yes
Dramatik, was ist das eigentlich? Was genau ist performativer Text? Zunächst ist da die Zeitlichkeit. Inszeniert auf der Bühne ist Dramatik zwangsläufig ...
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Theater heute Jahrbuch 2024
Rubrik: Neue Stücke, Seite 136
von Caren Jeß
Ein nebliger Abend im Advent des Jahres 1938 an der deutschen Küste, nahe einem großen Hafen. Die Angst kommt mit der Kälte des Wassers und der Dunkelheit des Meeres. Unter 10° Celsius entspricht die Chance zur Selbstrettung dem Wert der Wassertemperatur in Minuten, besagt eine Faustregel unter Seeleuten. Verschwindend gering ist die Wahrscheinlichkeit, unter...
Theater verteidigen mit einem partizipativen Ansatz nicht nur meine oder unsere Rechte (also die Rechte von BPoCs bzw. allen Menschen, die gruppenspezifischen Diskriminierungen ausgesetzt sind), sie verteidigen die Demokratie im Allgemeinen.
Zwischen 20 und 30 Prozent der Deutschen wählen rechtsextrem.
Deshalb gehen seit dem Bekanntwerden der «Remigrationspläne»...
Dieser Bilderstrom ist eine permanente Überwältigung, ein irrer Sog, ein Labyrinth, in dem man sich verlieren kann. Dynamisch und in hohem Tempo ergießt er sich in der Romanadaption «RCE» am Berliner Ensemble auf Daniel Roskamps Bühnenkonstruktion. Wie mit Buntstift schraffierte Farbnetze auf schwarzem Grund zum Auftakt, sich in verschiedenen Graustufen...
