Kulturpolitik: Opfer des Erfolgs
Es entbehrt nicht der Ironie, dass der Theatermacher Hans-Werner Kroesinger seine erste Theatertreffen-Einladung ausgerechnet mit einer Stadttheaterproduktion – «Stolpersteine Karlsruhe» vom Badischen Staatsschausspiel – erhielt. Kroesinger und seine Dramaturgin Regine Dura prägen seit vielen Jahren mit ihrem politischen Dokumentartheater insbesondere die Freie Szene; Performances zur Rolle Deutschlands in der Kolonialgeschichte und beim Völkermord an den Armeniern, zur Verquickung von Wirtschaft und Politik und zur Abschottungspolitik der EU entstanden u.a.
im Podewil, in den Sophiensaelen und am HAU. In den Nuller Jahren begann Kroesinger, projektweise mit Opern- und Schauspielhäusern zu kooperieren, doch die Basis seiner Produktionen blieb immer die Freie Szene.
Doppelt ironisch, wenn nicht absurd erscheint es da, wenn nun die Berliner Kulturverwaltung Kroesinger die jeweils auf zwei Jahre vergebene Basisförderung streicht, die ihm seit 2007 eine gewisse Planungssicherheit ermöglichte (zuletzt in Höhe von 70.000 Euro/Jahr) und maßgeblich zur Kofinanzierung seiner Produktionen am HAU diente. Und das in einer finanziellen Situation, die für die Berliner Freie Szene (zu der auch ...
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Theater heute Juli 2016
Rubrik: Magazin, Seite 62
von Eva Behrendt
Verrucht und machthungrig wie Hamlets Rabeneltern sind Bettine und Gerd nicht. Im Gegenteil, die beiden meinen es zu gut mit ihrem Sohn. Interessanterweise hat das aber denselben Effekt wie anno 1602 bei Shakespeare. Der 19-jährige Marc ist auch so ein unselbständig entscheidungsarmer Prinz, letztlich nur mit sich selbst und dem Hass auf seine Eltern beschäftigt:...
Personen
Baby
Dolly
Puppe/Franz
Mutter
Puppe/Jack
Duran-Duran
Gesellschaft der Freunde des Verbrechens
ACHTUNG AN DIE LEUTE LONDONS SEIT EINIGER ZEIT VERSUCHT EINE GESELLSCHAFT DER FREUNDE DES VERBRECHENS LEUTE IN DUNKLE GEGENDEN ZU LOCKEN UND DORT ZU ERMORDEN UND BEDAUERLICHERWEISE IST IHR DIES IN VIER FÄLLEN GELUNGEN
Dolly meinst du wir sind auch gemeint oh...
Vor eineinhalb Jahren deutete Daniel Lommatzsch in dieser Zeitschrift an, dass ihn das Theater künstlerisch gar nicht mehr so wahnsinnig interessieren würde, sein Thema sei aktuell primär das Kino (TH 01/15). Wobei dieses Interesse damals schon befriedigt wurde, der gefeierte Thalia-Schauspieler steckte zum Zeitpunkt des Gesprächs tief in der Arbeit an seinem Debüt...
