Kuckucksnest Kosovo
Die Pediküre kann warten. Die Unabhängigkeit nicht.» Der Regisseur maßregelt eine Schauspielerin, die den nächsten Tag mit Kosmetik beginnen will. «Ab neun Uhr wird geprobt, es geht um nationale Interessen!» Ein neues Theaterstück soll entstehen, aus Anlass der Unabhängigkeit des Kosovo. Urplötzlich brach der Auftrag über die staatliche, aber seit Monaten nicht bezahlte Truppe herein – per Bote, direkt aus dem Ministerium für Sport (und Kultur). Die Regierung will ein patriotisches Stück, das aber trotzdem «modern» sein soll.
Darin eingeschlossen eine Rede des Premierministers, die direkt auf der Bühne verlesen wird um das Epos würdig abzuschließen. Dann ist er frei, der Kosovo. Und die Kunst?
Der Regisseur setzt sich gegenüber dem Staatssekretär in Szene und träumt von Poesie, National- und europäischer Hymne. Er sieht die Risiken der Unternehmung, aber auch die Chancen: Und wenn es gefällt? Wenn sich dadurch Türen öffnen nach Europa oder gar bis an den Broadway? Das wäre wie ein Lotteriegewinn, ist doch der Kosovo, wie sie in Pristina gebetsmühlenartig wiederholen, das einzige Land der Region, das weiter einem Visumzwang für die EU unterworfen bleibt. Doch es dauert nicht lange, ...
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Theater heute März 2013
Rubrik: Ausland: Kosovo, Seite 42
von Thomas Hahn
Es beginnt mit einem Hochgeschwindigkeitsmonolog aus bunt, aber nicht absichtslos zusammengewürfelten Gedankensplittern, aufgelesen wohl bei einem Bummel durchs Münchner Museumsviertel, Namedropping à la Katalog oder was einem kunstinteressierten Auftragsautor beim Spazierengehen durch die fremde Gaststadt eben so ins Auge fällt. Da ist Cy Twomblys grandioser...
6./Mittwoch
20.15, arte: Fenster zum Sommer Spielfilm (2011) von Hannelore Valencak, Regie Hendrik Handloegten, mit Nina Hoss, Fritzi Haberlandt,
Lars Eidinger, Mark Waschke u.a.
8./Freitag
22.35, 3sat: Gegen die Wand Spielfilm (2004) von Fatih Akin, mit Birol Ünel, Sibel Kekilli, Catrin Striebeck u.a. (vgl. TH 4/04)
12./Dienstag
21.45, 3sat: Die verrückte Welt der Ute...
Das typische Jelinek-Stück ist erstens eine überlange Textwüste, enthält zweitens keine Dialoge, bringt drittens einen klassischen Stoff mit einem aktuellen Thema zusammen und enthält viertens auch noch ein Selbstporträt der Autorin.
«Schatten (Eurydike spricht)» ist ein typisches Jelinek-Stück. In einem riesigen Monolog schließt Jelinek den antiken Orpheus-Mythos...
