Kritische Wahrnehmung

Manfred Brauneck versammelt Studien zum Wandel, den «Das Freie Theater im Europa der Gegenwart» in Gang gesetzt hat

Theater heute - Logo

Der Wunsch nach theatergeschichtlichem Überblick stößt unweigerlich auf Manfred Braunecks lexikalisches Werk. 2010 wurde ihm für seine Forschungen zur «Geschichte des Theaters in all seinen Ausdrucksformen» der Balzan-Preis von gleichnamiger Stiftung verliehen, dessen Preisgeld zur Hälfte – und unter administrativer Obhut des ITI Deutschland – in ein Forschungsprojekt zum Freien Theater investiert wurde. Eine mit Sicherheit bislang eher marginal rubrizierte Schublade in Braunecks Privatarchiv, die aber auch allgemein auf ihre umfängliche Archivierung und Erforschung wartet.

Insofern ist es das große Verdienst von Preisträger, Geldgeber und ITI, dass der transcript-Verlag nun die schriftlichen Forschungs-Ergebnisse unter dem Titel «Das Freie Theater im Europa der Gegenwart. Strukturen – Ästhetik – Kulturpolitik» auf 650 Buchseiten veröffentlichen konnte: sechs Überblicksstudien zu diversen Schwerpunkten (Osteuropa, Migration, Postmoderne) und Sparten (Tanz und Performance, Musiktheater, Kinder- und Jugendtheater). Gerahmt wird dieses im eigentlichen Sinne forschende Feld von einem Vorwort von Manfred Brauneck, das neben der Einführung in die Begriffsproblematik  ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Theater-heute-Artikel online lesen
  • Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Theater heute Dezember 2016
Rubrik: , Seite 56
von

Weitere Beiträge
Gran Finale

Dario Fo wollte im Theater sterben. Das heißt: Am liebsten woll­te er natürlich gar nicht sterben. Wie er 2003 im Marcel-Proust-Fragebogen des «Corriere della Sera» angab, war ihm der Tod das größte Unglück. Nicht das Sterben allerdings, sondern «… nicht mehr zu leben». 

Schon sein Großvater hatte diese feine Unterscheidung getroffen. Großvater Bristin,...

Oldenburg: Geliebte Blutgräfin

Nino Haratischwili ist eine Erzählerin, auf eine etwas aus der Zeit gefallene Weise. Eine Autorin, die gekonnt Mythos, Zeitgeschichte, persönliches Empfinden mit stringentem narrativen Gespür verbindet. Mal bremst sie ihre Fabulierlust mit Ironie ab, mal zieht sie das Tempo mit bewusstem Einsatz von Drastik an, deutlicher noch in ihren hochgelobten und...

«Ich träume nur einmal im Jahr»

Begegnungen mit dem Schauspieler Franz Rogowski. Das erste Mal: 2011 in Salzburg. Wir saßen mit Philipp Hochmair in einem Café abseits des Festspieltrubels und sprachen über den «Faust» von Nicolas Stemann, der in den nächsten Tagen Premiere haben würde. Auf einem Rennrad mit für das Kopfsteinpflaster viel zu dünnen Reifen kam ein junger Mann mit höchst...