Kopflos in die Nacht

Ferdinand Schmalz «bumm tschak oder der letzte henker»

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Wie sähe eine Welt aus, in der wir den multiplen Krisen durch allabendlichen kollektiven Rausch zu entkommen versuchen? Eine Welt, in der Alkohol, Drogen, Stroboskoplicht und Techno-Beats uns für ein paar Stunden vergessen lassen, was draußen lauert, wenn der Kater einsetzt. Diese Versuchsanordnung verhandelt Ferdinand Schmalz in seinem neuen Stück «bumm tschak oder der letzte henker».

Im Zentrum steht Josef, der gutmütige, melancholische Besitzer des angesagten Clubs «Das Schafott».

Jeden Abend wird hier am Höhe -punkt der Nacht eine Melone unter die Guillo -tine gelegt und vom Fallbeil zerteilt. Das Partyvolk labt sich anschließend am Fruchtfleisch. Doch das ist längst nicht die einzige Attraktion: Die Soundanlage ist legendär, gebaut von einem Toningenieur, der einst für die Regierung arbeitete. Gefangene sollen mit seinen akustischen Experimenten gefoltert worden sein, ein perfides Spiel mit unhörbaren Frequenzen. Der Legende nach, die sich die Feierwütigen erzählen, wollte er mit dem Bau der Anlage Buße tun – man fand ihn eines Morgens blutüberströmt daneben. Zum Personal gehören neben Josef auch die strenge Tür, die an Berghain-Türsteher Sven Marquardt erinnert und ...

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Theater heute Jahrbuch 2025
Rubrik: Neue Stücke, Seite 161
von Lea Goebel

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