Kontinent der Werte

Konstantin Küspert verteidigt Europa, Stefan Wipplinger untersucht Eigentumsverhältnisse, und Lukas Bärfuss demonstriert Joseph Schumpeters schöpferische Zerstörung. Neue Stücke in Bamberg, Wien und Zürich

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Warum eigentlich Europa verteidigen? Eine zerklüftete Territorialplatte mit unklarer Ostgrenze und recht diffuser paläoanthropologischer Vergangenheit, die nicht unwesentlich auf einen afrikanischen Einwanderer zurückgeht, den bis heute erstaunlich agilen Homo Sapiens. Wer herkunftsgeschichtlich argumentiert, hat es mit den Europäern nicht leicht, und auch sonst sprechen viele Gründe nicht unbedingt fürs gute alte Abendland im spätmodernen Dämmer seiner Aufklärung.

Man muss gar nicht die aktuelle Europa­skepsis aus Bürokratiekritik, Elitenüberdruss und Verteilungsungerechtigkeit aufrufen oder auf repressive Wirtschaftsdominanz und notorische Drittweltausbeutung hinweisen. Moralisch hilft auch der Blick zurück nicht weiter. Der kleine Kontinent ruht historisch auf einer beeindruckenden Gewaltgeschichte all derer, die versucht haben, ihn zu einigen. Von den pragmatischen Wikinger-Schlagetots über die Kreuzfahrer, deren Christentum ein bequemer Vorwand für Plünderung und Wirt­schaftskriege war, bis zu den Römern mit ihren afrikanischen Expeditionen reicht eine dicke Blutspur ins 20. Jahrhundert, wo Kaiser Wilhelm und seine zackigen Militärs auch mal europäische Kolonialmacht spielten ...

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Theater heute Dezember 2016
Rubrik: Aufführungen, Seite 20
von Franz Wille

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