Oldenburg: Geliebte Blutgräfin
Nino Haratischwili ist eine Erzählerin, auf eine etwas aus der Zeit gefallene Weise. Eine Autorin, die gekonnt Mythos, Zeitgeschichte, persönliches Empfinden mit stringentem narrativen Gespür verbindet.
Mal bremst sie ihre Fabulierlust mit Ironie ab, mal zieht sie das Tempo mit bewusstem Einsatz von Drastik an, deutlicher noch in ihren hochgelobten und demnächst auch fürs Theater zu entdeckenden Romanen (das weit ausholende Gesellschaftstableau «Das achte Leben (für Brilka)» wird noch diese Saison von Jette Steckel am Hamburger Thalia inszeniert werden) als in ihren manchmal ein wenig beflissen auf Spielbarkeit hin konzipierten Theaterstücken.
Die Geschichte von Erzsébet Báthory ist für solch eine Autorin ein gefundenes Fressen: Die ungarische Gräfin Báthory wurde Anfang des 17. Jahrhunderts hingerichtet, angeblich, weil sie Dutzende junger Frauen zu Tode gefoltert habe. Der Bevölkerung galt Báthory daraufhin als «Blutgräfin», als hexenhafte Sadistin, deren Taten mal gewaltpornografisch, mal schauerromantisch, mal moralinsauer immer monströser ausgeschmückt wurden. Was die These, dass die wirtschaftlich erfolgreiche Gräfin einer Intrige des lokalen Adels zum Opfer ...
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Theater heute Dezember 2016
Rubrik: Chronik, Seite 66
von Falk Schreiber
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Heimkehr,...
