Kleine Schiebungen im Sinn
Schreib aber hin, dass ich ein seriöser Autor bin», ermahnt mich Felicia Zeller am Ende unseres Gesprächs, laut lachend: «Schreib nicht hin, macht nur Witze und lacht, das kann ich nicht ausstehen. Oft ist ja das Niveau sehr niedrig, beim Journalisten. Da stehen dann so Sachen drin, welche Farbe die Brille hat und welche Witze ich mach, wenn denn der Witz verstanden wird. Neben den Witzen sag ich noch ganz viele andere Dinge, die dann untergehen, bei manchen Menschen, die dann behaupten, ich würde nie was Anständiges sagen. So ist es gar nicht. Das ist ein falsches Bild.
»
Aber was soll man denn bitte schreiben, wenn sie nun mal eine riesige, schreiend rote Brille auf der Nase trägt und in einem fort komische Dinge redet? Jedenfalls hat man viel gelacht nach einem Nachmittag mit Felicia Zeller, aber man weiß hinterher nicht unbedingt, worüber.
Ihre Brille ist jedenfalls keine Kostümbrille, das merkt man, wenn man sie sich kurz ausleiht und – zumindest linksäugig – in einen tiefen Schwindel stürzt. Dabei habe sie auch noch eine andere Brille, denn ein paar 14-jährige Jungs in Neukölln hätten ihr mit der roten Brille immer «geiles Gestell» nachgerufen, daraufhin habe sie sich noch ein ...
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Vielleicht zur Abwechslung mal wieder ein gutes Buch lesen? Oder ein Abend im Theater?
Lustig ist Gotscheff nie, komisch nur manchmal, grotesk fast immer. Die Kategorie des menschlichen Mitleids stellt er nur zur Verfügung, wenn er Figuren inszeniert, auf die Heiner Müllers Satz «Und immer noch rasiert Woyzeck seinen Hauptmann» zutrifft.
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Der Mann hat ein gutes Verhältnis zu seinem Bauch. Gemeint ist nicht der Bauch, der bei Klaus Maria Brandauer in den vergangenen Jahren deutlich an Umfang gewonnen hat. Sondern der, der ihn auf der Bühne im richtigen Augenblick das Richtige tun lässt – ein behendes Tänzchen, ein undurchdringliches Lächeln, ein schalkhaftes Schäkern mit dem Publikum. Gemeint ist der...
