Kein Kommentar
Immer wieder sehen wir das ernste, ruhige, nachdenkende und schelmische Gesicht von Cleo, das so viele Gefühle bewegt, die wir nicht lesen können. Sie ist das Kindermädchen im Haushalt einer privilegierten weißen Familie der Mittelschicht, die im behüteten Stadtteil Roma in Mexico City lebt. Cleo ist Mestizin und kommt aus dem Dorf Oaxoca. Sie bedient zusammen mit einer anderen jungen Frau, die für das Kochen zuständig ist, die weiße Familie.
Die Mädchen flüstern und lachen in ihrer Sprache und entfalten eine andere Welt im Schatten der weißen Familie, die sich lauter, ausladender, dramatischer äußert. Eine sehr zärtliche, nicht hinterfragbare wechselseitige Liebe verbindet Cleo und die vier Kinder, die unschuldig rücksichtslos sind und von Cleo unschuldig hingebungsvoll verwöhnt werden. Die erste Einstellung zeigt Wasser, das auf einen gepflasterten Hof geschüttet und mit einem Besen verteilt wird, um den Hundekot, der den Hof bedeckt, zu entfernen. Er kommt aber immer wieder. In der Wasserpfütze spiegeln sich Wolken und ein Flugzeug. In einer zweiten Einstellung sehen wir die Dächer und Dachterrassen der Stadt, das Reich der Freiheit der Kinder, die dort spielen, und der ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
In der vierten Spielzeit von Intendant Matthias Lilienthal haben sie es tatsächlich geschafft: Die Münchner Kammerspiele sind das Theater des Jahres! Nach zunächst intensivem Fremdeln der Lokalpresse und auch des Stammpublikums, nach dem Weggang beliebter Ensemblekräfte und drohender Überforderung des Hauses durch die Doppelfunktion als Stadttheater und...
Theater heute Ein zehnstündiges Antiken-Großprojekt wie «Dionysos Stadt» ist für ein Stadttheater nicht gerade üblich. Peter Stein hat es 1980 mit der «Orestie» an der Berliner Schaubühne einmal unternommen, aber die Schaubühne war damals auch kein übliches Stadttheater. Wie ist diese im besten Sinn wahnwitzige Idee überhaupt entstanden?
Christopher Rüping Die...
Der Kampfpilot einer nicht genau verorteten Luftwaffe – es kann sich um jedweden Krieg handeln – erkennt bei einem Einsatz, dass sein Abschussziel eine Schule ist, er verweigert den Befehl, dreht mit der Maschine ab, um die Bombe über dem Meer abzuwerfen. Jahrzehnte später stellen zwei Künstler*innen – unabhängig voneinander– auf der Biennale di Venezia – Werke...
