Kalamitäten
Wo Molière draufsteht, ist Komödie drin. Erst recht, wenn sich ein Schauspieler, Regisseur und Superkomödiant wie Bruno Cathomas der Sache annimmt. In Bern beugt er sich über Molières «Amphitryon», Kleists Vorläuferdrama, und erst einmal fällt im Theater der Strom aus. Das Notstromaggregat will auch nicht so recht, der Darsteller des Merkur steckt in der Deutschen Bahn fest, die Vorstellung beginnt in einer Stunde – es muss improvisiert werden.
Kalamitäten über Kalamitäten.
«So viel Probenzeit, wie das schlecht ist, haben wir gar nicht», jammert die Darstellerin der Alkmene, Yohanna Schwertfeger, und wie sich herausstellt, tut sie dies in der Rolle der Prinzipalin der verzweifelten Compagnie, nämlich Molières Gattin Madeleine Béjart. Für die Berner Inszenierung greifen Cathomas, der Molière in Köln bei Castorf eben noch selbst gespielt hat, und Dramaturgin Julia Fahle unter anderem auch auf Michail Bulgakows Roman «Das Leben des Herrn Molière» zurück, eine Verschachtelung in der Verschachtelung, oder sich kreuzende (Eschersche) Treppen, wie sie das Bühnenbild von Simeon Meier nahelegt.
Erst einmal müssen die querbeet verteilten Treppen-Würfel allerdings sinnvoll zusammengeschoben ...
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Theater heute Dezember 2023
Rubrik: Chronik, Seite 55
von Andreas Klaeui
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Demas Nwoko, Search for a new African Theatre, 1970
«Sometimes when we perform, they say: that is Brecht and I say: this is not Brecht, this is totally African.»
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