Kalamitäten

Molière «Amphitryon», Shakespeare «Macbeth» an den Bühnen Bern

Theater heute - Logo

Wo Molière draufsteht, ist Komödie drin. Erst recht, wenn sich ein Schauspieler, Regisseur und Superkomödiant wie Bruno Cathomas der Sache annimmt. In Bern beugt er sich über Molières «Amphitryon», Kleists Vorläuferdrama, und erst einmal fällt im Theater der Strom aus. Das Notstromaggregat will auch nicht so recht, der Darsteller des Merkur steckt in der Deutschen Bahn fest, die Vorstellung beginnt in einer Stunde – es muss improvisiert werden.

Kalamitäten über Kalamitäten.

«So viel Probenzeit, wie das schlecht ist, haben wir gar nicht», jammert die Darstellerin der Alkmene, Yohanna Schwertfeger, und wie sich herausstellt, tut sie dies in der Rolle der Prinzipalin der verzweifelten Compagnie, nämlich Molières Gattin Madeleine Béjart. Für die Berner Inszenierung greifen Cathomas, der Molière in Köln bei Castorf eben noch selbst gespielt hat, und Dramaturgin Julia Fahle unter anderem auch auf Michail Bulgakows Roman «Das Leben des Herrn Molière» zurück, eine Verschachtelung in der Verschachtelung, oder sich kreuzende (Eschersche) Treppen, wie sie das Bühnenbild von Simeon Meier nahelegt.

Erst einmal müssen die querbeet verteilten Treppen-Würfel allerdings sinnvoll zusammengeschoben ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Theater-heute-Artikel online lesen
  • Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Theater heute Dezember 2023
Rubrik: Chronik, Seite 55
von Andreas Klaeui

Weitere Beiträge
Rainald Goetz: Baracke

»Ich bin der Haß«
SOHN

DIE LIEBENDEN 
BEA
RAMIN

DAHEIM
VATER
MUTTER
KIND
SOHN
TOCHTER

STIMMEN UND GESICHTER
Nachtleben Berlin; Bohème Krölpa: Uwe, Freya, Frau von Loewen, Gerry, Marc; Großfamilie München; Familie abends Dresden; Jahre, Jahre

JETZT 

*
Prolog

I Party
II Liebe
III Freunde
IV Familie

*

ORT Deutschland
ZEIT Im Herbst

 

PROLOG 


Schläge Schreie Rufe
...

Der Trip in die Kugel

Schafe, alles Schafe», denkt Peter Bender oft in einer Art aufgebrachtem Mitleid, wenn er im Worms der 1920er Jahre die anderen Menschen an sich vorbeieilen sieht. Ihnen allen, diesen bedauernswerten Geschöpfen, fehlt nicht nur jede tiefere Einsicht in die Materie, sondern sie unternehmen auch keinerlei Anstrengung, zu selbiger zu gelangen! Für die träge...

Keine Annäherung

Zwei Kindheiten spiegeln sich ineinander – über Zeit und Entfernung hinweg –, treffen sich in Erlebnissen von teilweise heftiger Gewalt, werden jeweils zum Resonanzraum der anderen und dabei auch ein Stück weit transparent in ihrem historischen und sozialpsychologischen Kontext. Wenn das gelingt, kann dabei etwas aufgehen, ein lebendiger Widerstandsgeist, ein...