Jesus als Künstlerdrama
Im Anfang war das Wort. Und das Bild. Und sonst auch noch vieles. In Stuttgarter Schauspielhaus hat Kay Voges, hauptberuflich Intendant des Dortmunder Schauspiels, zur Messe geladen. Mit Weihrauchduft lotst er die Besucher in die heiligen Hallen des Theaters, an dessen Decke und Seitenwänden im Zuschauerraum viele kleine rote Lämpchen leuchten. Schummrige Stimmung, die ein bisschen mehr Fegefeuer als Himmel suggeriert. Immerhin sorgt Bachs «Matthäus-Passion» für eine gewisse Erhabenheit.
Wie überhaupt die Musik an diesem Abend Halt – vor allem Zusammenhalt – bieten wird.
Zwischen Klassik, Pop, Musical und Heavy Metal ist sie der Kleber, der einen Reigen disparater Brennelemente fusioniert, die Voges in einem Dauerfeuer abfackelt. «Das 1. Evangelium» überschreibt der Regisseur sein Werk, «frei nach Matthäus». Mittelpunkt der Inszenierung ist die Drehbühne, die ihm Michael Sieberock-Serafimowitsch eindrucksvoll mit verschiedenen Räumen und Projektionsflächen gefüllt hat. In stetiger Dauerschleife rotieren Wohnwagen, Kneipen-Theke, Krankenzimmer, Black Box und andere Stellflächen, an denen sich Schauspieler präsentieren. Denn Voges’ «Evangelium» ist kein Versuch, Religionsgeschichte ...
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Theater heute März 2018
Rubrik: Aufführungen, Seite 20
von Kristin Becker
Die Dienstmagd Darja (Vera Flück) beugt die feisten Hüften und feudelt den Boden, als hätte die russische Revolution nie stattgefunden. Hat sie aber. Sie ist nur nie bis in den Salon von Professor Filipp Filippowitsch im Zürcher Schauspielhaus vorgedrungen. Eisern verteidigt dieser Pionier der Transplantationsmedizin sein Siebenzimmerdomizil gegen alle...
In ihren Fäusten hält Olga je einen Holzscheit, und man weiß nicht, ob er ihr als Halt dient oder als Waffe für den Notfall. Oder ob er vielmehr einen Rest von Sicherheit repräsentiert, von Wärme und gesellschaftlicher Verankerung, um die Olga und ihre Familie so verzweifelt ringen in Kafkas schneeumtostem, von sozialer Kälte durchdrungenem Romanfragment «Das...
Aachen, Grenzlandtheater
14. nach Rostand, Cyrano de Bergerac
R. Ulrich Wiggers
Aachen, Theater
16. nach Fassbinder, Die bitteren Tränen der Petra von Kant
R. Martin Schulze
22. Dlé, Android ergo sum (U)
R. Florian Hertweck
24. Schiller, Die Räuber
R. Ewa Teilmans
Augsburg, Theater
10. Ripberger, 1968: Geschichte kann man schon machen, aber so wie jetzt ist’s halt scheiße...
