Neue Stücke · Aufführungen (3 2018)
Aufführungen
(von Frauen)
Wenn wir uns nicht verzählt haben, sind von den 215 nicht in Kollektiven erarbeiteten
Inszenierungen dieses Monats 68 von Frauen. Darauf wollen sich diese Hinweise ausnahmsweise konzentrieren, mit dem schönen Nebeneffekt, dass deutlich mehr kleinere Häuser vorkommen.
Denn an den großen Bühnen der ganz großen Häuser können wir nur aufs Deutsche Theater in Berlin hinweisen, wo Karin Henkel die Shakespeare-Herren Coriolan, Julius Caesar und Antonius (immerhin plus Cleopatra) in «Rom» zusammenführt, aufs Kölner Schauspielhaus, wo die schwedische Regisseurin Therese Willstedt Büchners «Woyzeck» ins Depot 1 bringt, und aufs Schauspiel Bochum, wo Johanna Wehner sich Lars von Triers «Melancholia» hingibt. Eine Nummer kleiner findet sich schon mehr, z.B. in Kassel Laura Linnenbaum, die Shakespeares «Sommernachtstraum» entfesselt, in Konstanz Vera Nemirova, die Oscar Wildes «Salome» ihr
blutiges Spiel treiben lässt, in Bonn Sandra Strunz, die Falladas «Jeder stirbt für sich allein» inszeniert oder in Göttingen Antje Thoms, die mit Hübner/ Nemitz «Willkommen» sagt. Für weitere 61 Regisseurinnen muss man sich noch tiefer in die Provinz und auf die Nebenbühnen begeben. ...
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Theater heute März 2018
Rubrik: Daten, Seite 64
von
Aua, das tut doch weh! Florentina Holzinger steht in ihrer jüngsten Arbeit «Apollon» nackt an der Rampe und haut sich mit dem Hammer einen acht Zentimeter langen Nagel in die Nase. Ihre Kollegin Evelyn Frantti, ebenfalls nackt, schiebt sich einen beunruhigend langen Luftballon in den Schlund, der durch den Körper zu wandern scheint. Sie zieht die leere Hülle aus...
Ein Mann kommt abends zur Tür herein, zurück in den Schoß der Kleinfamilie, und sieht sich selbst am Tisch sitzen. Verständlicherweise reagiert er nicht gerade begeistert, zumal die Restfamilie so tut, als wäre alles in Ordnung. So beginnen spätestens seit der Romantik Identitätskrisen, die den scheinbar festgefügten Alltag aus den Angeln heben. Bald werden sich...
Du bist wirklich verrückt geworden, Alfred», diagnostiziert Charlotte absolut zutreffend und klingt dabei eher zoologisch interessiert als irgendwie aufgebracht. Chapeau: Schließlich befindet sich die Mittvierzigerin mit ihrem Gatten auf dem Rückweg ins Hotel nach einem Dinnerausflug, in dessen Verlauf der Inhalt (mindestens) eines Rotweinglases in ihrem Gesicht...
