Ins Netz gegangen

nach Klaus Mann «Mephisto», Raphaela Bardutzky «Fischer Fritz» am Schauspielhaus Dresden

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Auf einmal steht da nach der Pause ein Berg. Ein Berg aus Stühlen, auf den Marin Blülle behände weitere Stühle wirft, die dank Theatertricktechnik alle hängen bleiben. Blülle hat schon im ersten Teil dieses «Mephisto» am Dresdner Staatsschauspiel den kleinen Nazi Hans Miklas gegeben, dem die einen mit Härte und die anderen mit Verständnis beikommen wollen. Doch jetzt sind die Nazis am Ziel, und dieser Berg erinnert nicht von ungefähr an die Haufen der Bücherverbrennungen.

Es wird dunkel in Deutschland, doch für den zuvor zaudernden und sich ständig missachtet fühlenden Hendrik Höfgen bricht nun eine große Zeit an.

Nadja Stübiger spielt diesen Höfgen nonchalant, zögernd und wägend mit einer ganz selt -samen unsicheren Eitelkeit. Rampennah zwar, aber doch nie aus der Deckung kommend, immer eine Hintertür offen lassend und gleichzeitig ein geschickter Schmeichler, der seine Chancen zu nutzen weiß. Vor allem die Gier stellt Stübiger heraus: nach Ansehen, nach Ruhm. Das Politische ist allenfalls nützlich, weil es Klarheit schafft, wer wo steht – Höfgen vor allem daneben, auch wenn er das Zentrum sucht. So entzieht sie die Figur dem festen Urteil, betont das Unsichere, während um sie ...

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Theater heute November 2025
Rubrik: Chronik, Seite 58
von Torben Ibs

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