In jeder Ecke schwarz

Asja Krzmanovic «Sauer» am Theater Oberhausen

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Wie das Innere eines Gurkenglases schimmern die Bühnenwände: trübe, grün, irgendwie geheimnisvoll. Doch natürlich nur, wenn Licht auf sie fällt. Normalerweise steht das saure Gemüse in Reihen in dunklen Kellerregalen. Und so stehen auch die fünf Schauspieler als abstrakte Einlegeware in beige-braunen Jumpsuits (Bühne und Kostüme Heike Mondschein) nebeneinander immer wieder im Black. Chorisch beschweren sie sich über unachtsame Besitzer: «Unbekannte Hände zerrten uns aus der Dunkelheit heraus – sie dachten nicht einmal den Deckel abzunehmen. Sie riechen noch nicht einmal daran.

»

Dabei hat das Fermentieren von Kohl, Möhren und Gurken einst ganzen Familien über den harten osteuropäischen Winter geholfen. Der namenlosen fünfköpfigen Familie, von der die bosnische Autorin Asja Krzmanovic in der Uraufführung von «Sauer» am Theater Oberhausen erzählt, ist indes nur das alljährliche Einlege-Ritual als Tradition geblieben. Harmonisches Zusammentreffen sieht anders aus: Während die Großmutter immer wütender Morddrohungen herauskläfft und in Demenz versinkt, haben der gereizte Business-Sohn (Tim Weckenbrock) und seine ungeduldige Ehefrau (Ronja Oppelt) sichtlich keine Lust, am altmodischen ...

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Theater heute Oktober 2024
Rubrik: Chronik, Seite 60
von Dorothea Marcus

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