In Erbauungslaune

John Dryden/Henry Purcell «King Arthur», Stephens nach Haddon «Supergute Tage»

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Für pathos- und patriotismusimmune Zeitgenossen ist «King Arthur» eine ziemliche Herausforderung. Gepusht von atmosphärischen Gesangseinlagen, konkurrieren der titelgebende britische Good Guy und der sächsische Bad Guy Oswald in John Drydens und Henry Purcells «Semiopera» nicht nur um Grund und Boden, sondern vor allem um eine blinde, blondgelockte Emmeline, die zu vorgerückter Stunde von einem Zauberkobold namens Philidel (Sonja Beißwenger) erstaunlich kollateralschadenarm sehend getropft wird.

Dass man sich bei alledem nie ganz sicher ist, ob es die beiden Könige mitsamt ihrer per­sonalintensiven Entourage aus Luft-, Erd- und Waldgeistern eigentlich gerade in eine Märchenposse, in eine Vorabendromanze oder in ein Kriegsmelodram verschlagen hat, macht die Sache nicht einfacher. Von des Gedankens Blässe angekränkelter Tiefgang war allerdings auch nicht erwünscht, als die barocke Nationaloper 1691 in London uraufgeführt wurde: «King Arthur» ist klassische Herrscher-Huldigung. Wer sich dieses Werk heute vornimmt, braucht wirklich gute Gründe – die das Staatsschauspiel Dresden offenbar in seiner Historie gefunden zu haben glaubt. Als aufwändige Koproduktion mit der benachbarten ...

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Theater heute Dezember 2013
Rubrik: Chronik Dresden, Seite 55
von Christine Wahl

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