Schutzraum Gefängnis
«Die Eingeschlossenen» endet wie schon einige Stücke der Hamburger Gruppe Ligna: mit Zuschauern, die im Halbdunkel auf dem Boden liegen, an die Decke starren und das Geschehene nachhallen lassen. Was während der vergangenen Stunde passiert ist, stellt allerdings eine Neuerung im Ligna-Kosmos dar.
Verstrickten Ole Frahm, Michael Hüners und Torsten Michaelsen ihr Publikum bislang meist im öffentlichen und halböffentlichen Raum in theatrale Situationen, so dreht sich bei «Die Eingeschlossenen» in der Theaterfabrik Kampnagel alles um den «Raum ohne Fenster»: Alles dreht sich ums Theater.
Für die Ligna-Ästhetik bleibt dieser Rückzug in den Theaterraum nicht folgenlos. Früher ließen sich die Interventionen der Gruppe zweifelsfrei politisch lesen, als Kritik an einem immer mehr Inszenierungscharakter annehmenden Stadtraum etwa. Solch eine Interpretation bietet sich bei «Die Eingeschlossenen» nicht an, auch wenn der Untertitel dunkel von einer «Versuchsanordnung für eine neue Gesellschaft» raunt, auch wenn mit Jean-Paul Sartres «Die Eingeschlossenen von Altona» und Peter Weiss’ «Die Ermittlung» durchaus politische Referenztexte eingesetzt werden. Die aber spielen nur zu ...
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Theater heute Dezember 2013
Rubrik: Chronik Hamburg, Seite 57
von Falk Schreiber
Altenburg/Gera, TPT
6. Preußler, Der Räuber Hotzenplotz
R. Christiane Müller
11. Becker/Stengele, Ayana Rabenschwester
R. Bernhard Stengele
Anklam/Zinnowitz, Vorpommersche Landesbühne
21. Kühn, Machos auf Eis
R. Birgit Lenz
Baden-Baden, Theater
6. Durang, Vaina und Sonia und Mascha und Spike (DE)
R. Stefan Huber
Bamberg, E.T.A.-Hoffmann-Theater
12. Gröning/Wehmeier,...
Mit Dimiter Gotscheff ließ sich besser schweigen als reden. Als hätte er seinen Augen mehr getraut als Worten. Wenn Gotscheff zu reden begann, rau und warm, war es stockend, tastend. Ein Kampf, etwas über die Lippen zu bringen. Mehr Skepsis als Phlegma. Keine Floskeln und griffigen Formeln, keine Manöver. Keiner unserer Theater-Muntermacher, Alleskönner und...
Es gibt da nichts zu beschönigen. Schon das erste Drittel des letzten Säkulums hätte gereicht, um dem Titel «Jahrhundert der Katastrophen» traurige Ehre zu machen. Der französische Arzt und Skandalautor Louis-Ferdinand Céline war der erste, der das in seinem 1932 erschienenen Debutroman «Reise ans Ende der Nacht» schonungslos verkündete, mit einer Sprache, die wie...
