Identitätskrise als Chance
Wer einen Zusammenhang zwischen Rasse, Religion und Identität knüpft, irrt. Jemandem, der das tut, geht es um Macht und nicht um Identität oder Heimat. Wer hat sie?! Wer will sie?! Wer verliert sie?! Wer hat keine?! Wie jüngst die CSU, die das Kreuz als Teil ihrer Identität versteht und dieses anderen verordnet. Jeder, der in Bayern in ein öffentliches Gebäude geht, muss an dem Kreuz vorbei. Die CSU verordnet das Kreuz allen Menschen und hat nicht verstanden, wofür der Mensch, der daran hing, sich hat nageln lassen.
Für Nächstenliebe, für Erbarmen, für Empathie, fürs Zusammenstehen ... Gegen Spaltung. Es ist ein klarer Fall von Machtmissbrauch, was die CSU da tut …
Lange war ich selbst auf einem Irrweg. Ich habe wie ein Gärtner nach meinen Wurzeln gesucht und mich nicht so sehr mit der Zukunft auseinandergesetzt. Bis ich bemerkt habe, dass es mir eigentlich an einem Narrativ fehlt, das mich an die Gesellschaft und an die Gegenwart binden könnte. Losgelöst von ethnischen und religiösen Fragen, die nicht zwangsläufig Teil meiner Identität sein müssen. Mich fing folgende Frage an zu beschäftigen: Wie können wir uns in einer Gesellschaft zueinander verhalten?! Wie können wir den ...
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Theater heute Jahrbuch 2018
Rubrik: Die Heimatfrage (1), Seite 22
von Nuran David Calis
Die Existenz verschiedener Religionen, Ideologien und Ethnien an ein und demselben Ort deutet auf zweierlei hin: nämlich entweder darauf, dass es einen Bürgerkrieg geben wird, oder darauf, dass dieser Ort gedeihen wird. Im Jahr 2015 sind 1.300.000 Menschen nach Deutschland gekommen. 40 Prozent der Bevölkerung haben vielfältige Hintergründe und Ethnien. 200.000...
LI-LA-Leitkultur. Was soll das überhaupt sein: leit-en = anführen; oder meinen wir weiter-leiten, also meine Vorstellung von Kultur an den «anderen» weiterleiten, oder die Kultur auf einer Leiter hoch oben postieren? Fangen wir doch mit dem ursprünglichen Gedanken von Bassam Tibi an: Anstand und Respekt. Abgrenzungsfragen ausgeschlossen.
Theater als...
Donald Trump, der in Elfriede Jelineks «Am Königsweg» namentlich nicht genannt wird und um den sich doch das ganze Stück dreht, hat in dieser Saison viele Theatermacher, Zuschauer und Kritiker in Atem gehalten. Vielleicht deshalb haben sie ihn und sich in «Am Königsweg» wiedergefunden und den Text mit 9 Stimmen zum Stück des Jahres gewählt – vor Ewald Palmetshofers...
