Identitätskrise als Chance

Nuran David Calis ist überzeugt, dass noch vor der Frage nach Heimat oder Identität die Machtfrage gestellt werden muss – und dass genau das die Theater tun können

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Wer einen Zusammenhang zwischen Rasse, Religion und Identität knüpft, irrt. Jemandem, der das tut, geht es um Macht und nicht um Identität oder Heimat. Wer hat sie?! Wer will sie?! Wer verliert sie?! Wer hat keine?! Wie jüngst die CSU, die das Kreuz als Teil ihrer Identität versteht und dieses anderen verordnet. Jeder, der in Bayern in ein öffentliches Gebäude geht, muss an dem Kreuz vorbei. Die CSU verordnet das Kreuz allen Menschen und hat nicht verstanden, wofür der Mensch, der daran hing, sich hat nageln lassen.

Für Nächstenliebe, für Erbarmen, für Empathie, fürs Zusammenstehen ... Gegen Spaltung. Es ist ein klarer Fall von Machtmissbrauch, was die CSU da tut … 

Lange war ich selbst auf einem Irrweg. Ich habe wie ein Gärtner nach meinen Wurzeln gesucht und mich nicht so sehr mit der Zukunft auseinandergesetzt. Bis ich bemerkt habe, dass es mir eigentlich an einem Narrativ fehlt, das mich an die Gesellschaft und an die Gegenwart binden könnte. Losgelöst von ethnischen und religiösen Fragen, die nicht zwangsläufig Teil meiner Identität sein müssen. Mich fing folgende Frage an zu beschäftigen: Wie können wir uns in einer Gesellschaft zueinander verhalten?! Wie können wir den ...

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Theater heute Jahrbuch 2018
Rubrik: Die Heimatfrage (1), Seite 22
von Nuran David Calis

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