Ich will dieses Leben in geil!
Auch wenn das Schiff hart stampft und einen unsicheren Schritt tut, steh ruhig auf Deck.» Ist dies die poetische Definition von Resilienz? Jenem seit der Jahrtausendwende so populär gewordenen Begriff, den der US-amerikanische Psychologe Jack Block in den 1950er Jahren prägte. Zur gleichen Zeit also, in der Ingeborg Bachmann ihr Gedicht «Ausfahrt» schrieb, aus dem der eingangs zitierte Satz stammt. Physikalisch betrachtet gilt ein Material als resilient, wenn es nach extremem Druck von außen wieder in seine ursprüngliche Form zurückfindet.
Druck.
Einen kleinen Akt semantischer Sättigung stellt Caren Jeß ihrem neuen Stück «Heartship» voran, indem sie die Worte «Druck» und «Drück» so lange wiederholt, bis sie resettet werden, ihre Bedeutungen verlieren, um neu bespielt werden zu können. Etymologisch entstammen beide dem althochdeutschen «thruc», was so viel wie «Einwirkung» bedeutet. Dass diese Einwirkung unterschiedlichster Natur sein und aus jeglicher Stoßrichtung kommen kann, davon zeugen die unzähligen positiven wie nega -tiven Konnotationen, mit denen wir Menschen «Druck» und «Drück», «drucken» und «drücken» in der Zwischenzeit aufgeladen haben. «Der Druck hat die Liebe ...
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Theater heute Jahrbuch 2024
Rubrik: Neue Stücke, Seite 150
von David Heiligers
Ein nebliger Abend im Advent des Jahres 1938 an der deutschen Küste, nahe einem großen Hafen. Die Angst kommt mit der Kälte des Wassers und der Dunkelheit des Meeres. Unter 10° Celsius entspricht die Chance zur Selbstrettung dem Wert der Wassertemperatur in Minuten, besagt eine Faustregel unter Seeleuten. Verschwindend gering ist die Wahrscheinlichkeit, unter...
A Sina Ahlers
Milch & Schuld (Staatstheater Kassel)
Emre Akal
nach Henrik Ibsen: Barrrbie ein Puppenheim (Thalia Theater Hamburg)
Sally Anger
Blockflötenkomödie (AT) (Junges Nationaltheater Mannheim)
B Olga Bach
Im Ferienlager (Schauspiel Stuttgart)
Ingeborg Bachmann und Max Frisch
Wir haben es nicht gut gemacht. Nach dem Briefwechsel (Schauspiel Frankfurt)
L...
Was hinter geschlossenen Türen passiert, bleibt im Verborgenen, und die Vorstellung treibt da mitunter seltsame Blüten. Ist es dahinter laut oder still? Sind Stimme oder Geräusche zu vernehmen? Das Hören wird zu einem Ereignis, und die Fantasie kennt keine Grenzen, besonders sie. Das Setting – der Mikroorganismus eines Mietshauses: ein Leben, Tür an Tür – ist dafür...
