«Ich hab’ eine große Sehnsucht, in Kontakt zu treten»

Zum Ende der Intendanz von Matthias Lilienthal verlässt Julia Riedler das Ensemble der Münchner Kammerspiele. Für sie war es ihre bisher beste Zeit

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Es ist ein Kontrast, der sofort aufhorchen lässt. Diese zarte, beinahe ätherische Erscheinung, hellbraune Augen, rotbraune Locken, schön und zerbrechlich, und dann diese tief sonore Stimme mit leichtem österreichischen Timbre.

Wenn man sie zum ersten Mal auf der Bühne erlebt, denkt man einen Moment lang, ist da noch wer, oder ist sie das? Sie ist es! Dieser erste Moment war für mich 2015, Julia Riedlers Auftritt als Portia in «Der Kaufmann von Venedig», inszeniert von Nicolas Stemann und zugleich die Eröffnungspremiere von Matthias Lilienthals Intendanz an den Münchner Kammerspielen.


Schon da fällt sie auf mit ihrem straighten Charisma, und unglaublich viel hat sie seither gespielt, die unterschiedlichsten Regie-Welten er­kundet. Nach Stemann kam bald Philippe Quesnes erratische Romantik-Expedition «Caspar Western Friedrich», in Toshiki Okadas erster Münchner Inszenierung hielt sie die berührende «Farewell Speech» einer gerade entlassenen Angestellten, die, anstatt sich über ihr Schicksal zu beklagen, hochempathisch vom zirpenden Todeskampf einer versehentlich von ihr zertretenen Zikade berichtet. Weiter folgten Arbeiten mit Felix Rothenhäusler, David Marton und zuletzt ...

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Theater heute Juli 2020
Rubrik: Akteure, Seite 18
von Silvia Stammen

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