Wahre Genehmigungskunstwerke
Verena Großkreutz Herr Kosminski, wie haben Sie während des Corona-Shutdowns Kontakt gehalten zum Publikum?
Burkhard C. Kosminski Wir sind mit digitalen Angeboten online gegangen. Allerdings sehr dezent, denn das Streamen ist meiner Meinung nach eher was für ein Haus mit einer großen Theatergeschichte wie die Berliner Schaubühne oder das Berliner Ensemble. Die haben ein Riesen-Archiv mit Aufführungen und hochwertigem Bildmaterial. Das haben wir nicht.
Wir haben mit kleinen Formaten angefangen, etwa mit «Europeana», einer Videoserie mit unserem Ensemble zur jüngeren Geschichte Europas. Und wir haben ein «Lyriktelefon» eingerichtet in Kooperation mit dem Deutschen Literaturarchiv Marbach: Schauspieler*innen rufen Interessierte auf Wunsch an und lesen ihnen Gedichte vor.
Großkreutz Die Corona-Verordnung des Landes Baden-Württemberg sah ja lange vor, dass bis Mitte Juni Theater jeglicher Art nicht stattfinden darf. Und lange sah es so aus, als befände sich das Stuttgarter Staatstheater bis zum Beginn der neuen Saison im verordneten Dornröschenschlaf.
Kosminski Ja, die letzte Zeit war schwierig. Wir stehen zwar ständig mit dem Ministerium in Kontakt und bekommen dementsprechend ...
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Theater heute Juli 2020
Rubrik: Szene Corona, Seite 16
von
Patricia Benecke Wie hat’s bei Ihnen angefangen, was ist Ihre erste Theatererinnerung?
Michael Billington Meine erste wichtige Erinnerung ist, wie meine Eltern mich 1948 zu Shakespeares «Troilus und Cressida» in Stratford-upon-Avon mitgenommen haben. Eine kuriose Entscheidung, denn ich war erst acht Jahre alt und in dem Stück, einer Art zynischer «Ilias», geht es...
Ich war auch einmal, vor langer und für kurze Zeit, mit einer Schauspielerin zusammen, die zuvor Sekretärin gewesen war. Eines Nachts verließ sie mich. Wir waren 24 und gerade schlafen gegangen, nach einem dieser feuchtfröhlichen Abende mit ihrem Regisseur in einer einschlägigen Hamburger Theaterkneipe. Plötzlich setzte sie sich kerzengerade im Bett auf. «Ich muss...
Wenn es sich alle Theater so leicht machen könnten wie das in Ingolstadt! Dort entschied man sich, als langsam klar wurde, dass Corona die ganzen fertigen Planungen für die nächste Saison zunichte machen würde, für einen radikalen Schnitt: «Wir haben unseren Spielplan 2020/2021 um ein Jahr verschoben, da dies ein wunderbarer Spielplan ist, wir aber nicht damit...
