Offener Brief
Sehr geehrtes, weißes amerikanisches Theater, als Gemeinschaft Schwarzer, indigener und PoC-(BIPOC-)Theatermacher*innen sind wir im Vermächtnis von August Wilsons Rede «The Ground On Which I Stand» zusammengekommen, um euch genau zu sagen, auf welchem Boden wir nach den Bürgerunruhen unserer Nation stehen.
Wir sehen euch. Wir haben euch immer gesehen. Wir haben beobachtet, wie ihr vorgegeben habt, uns nicht zu sehen.
Wir haben beobachtet, wie ihr euer weißes Privileg nicht hinterfragt und uns eingeladen habt, mit jenem Rassismus und Patriarchat Geschäfte zu machen, die in unseren Körpern schwären, während wir auf euren Bühnen dagegen protestieren. Wir sehen euch.
Wir haben beobachtet, wie ihr ein Stück nach dem anderen auf den Spielplan setzt, für ein weißes Publikum geschrieben, inszeniert, besetzt, choreografiert, designt, gespielt, dramaturgisch betreut und produziert von den weißen Theatermacher*innen in euren Kontaktlisten, während ihr ein BIPOC-Stück, sofern überhaupt, auf einen Quotenplatz verweist. Wir sehen euch.
Wir haben beobachtet, wie ihr unsere Stimmen hervorhebt, wenn sie von der Presse gelobt werden, euch aber weigert, unsere Ästhetik zu verteidigen, ...
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Theater heute Juli 2020
Rubrik: Foyer, Seite 1
von Red.
Corona-Virus-Kontaktverbote: Es scheint auf der Welt kein anderes Problem zu geben! ZDF-Heute, ARD- Tagesschau (in der Regel 19 von 20 Minuten), die Tages- und Wochenzeitungen: Kaum eine andere Nachricht hat noch Platz. Die Heuschrecken in Afrika, die Probleme in den Lagern der Flüchtlinge, das Ende der richterlichen Unabhängigkeit in Polen: alles ins Nebenfach...
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Pat To Yan Zunächst einmal glaube ich, dass die Dinge, die ich darin beschreibe, immer noch geschehen oder weiterhin geschehen...
