Ich bin dann mal Weg
Plötzlich konnte es gar nicht schnell genug gehen. Am 14. September ließ Friedrich Schirmer mitteilen, dass er seinen Vertrag als Intendant des Deutschen Schauspielhauses Hamburg zum 30. September auflösen wolle. Als Begründung führte er die angebliche Unterfinanzierung des Theaters an und eine Etatkürzung um 330.000 Euro, die allerdings schon im November 2009 politisch beschlossen wurde. Laut Jack Kurfess, dem Kaufmännischen Geschäftsführer, der das Haus interimistisch weiterführt, beläuft sich die Unterfinanzierung für das laufende Jahr zum gegenwärtigen Stand auf 250.000 Euro.
Zweifellos viel Geld für ein Theater und ein böser Einschnitt, aber bei einem Gesamtetat von 25 Millionen trotzdem kein überzeugender Rücktrittsgrund. Tatsächlich hat Schirmer, der vorher Bühnen in Stuttgart und Freiburg leitete, sein Theater seit 2005 tief in die zweite Reihe geführt. War das Hamburger Schauspielhaus unter Frank Baumbauer (1993–2000) einer der zeitgenössischen Haupttaktgeber und unter Tom Stromberg (2000–2005) immer noch für positive Überraschungen gut, überzeugte Schirmer allein mit der Erfindung des «Jungen Schauspielhauses» von Klaus Schumacher – zuwenig für ein Haus dieses Zuschnitts.
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